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Gutachter gibt schlechte Noten für Lünens Innenstadt-Kreuzungen

Verkehr in Lünen

Ein Verkehrsgutachter hat die großen Kreuzungen untersucht und Noten vergeben. Das Zeugnis fällt schlecht aus. Autofahrer dürften sich bestätigt fühlen.

Lünen

, 01.07.2018
Gutachter gibt schlechte Noten für Lünens Innenstadt-Kreuzungen

Fünfmal ungenügend, viermal mangelhaft, dreimal ausreichend und nur zweimal befriedigend: Diese Noten hat ein Gutachter für die Leistungsfähigkeit der großen Innenstadt-Kreuzungen im abendlichen Berufsverkehr vergeben.

Morgens fällt das Zeugnis etwas besser aus: „Nur“ dreimal ungenügend, dreimal mangelhaft, viermal ausreichend und viermal befriedigend. Diese Bewertung der Verkehrsqualitäten nach dem Schulnotensystem fußt auf den „berechneten mittleren Wartezeiten“. So geht es aus der Präsentation von Jürgen Carls vergangene Woche im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung hervor.

56 Kilometer Straßen, 29 Ampelanlagen

Carls ist Geschäftsführer der Rudolf Keller Verkehrsingenieure GmbH mit Sitz in Wülfrath und von der Stadt beauftragt worden, das Hauptstraßennetz zu analysieren. Konkret, so Carls: 56 Kilometer Strecke mit 29 Ampelanlagen. Die Wartezeiten vor den geschlossenen Schranken der Bahnübergänge hat Carls auch miteinbezogen. „Die Bahnübergänge sind aber nicht allein Auslöser, wir haben auch ohne sie Stau“, sagte der Gutachter. Als Beispiel nannte er die Münsterstraße, wo der Verkehr aus Richtung Wethmar in Stoßzeiten immer wieder stockt. Laut Carls auch, weil zu wenige Autos die Ampelphase für Rechtsabbieger in die Kurt-Schumacher-Straße schaffen.

Anderes Beispiel: Der Geradeausverkehr aus der Kamener Straße in die Viktoriastraße hat es schwer, weil er auf den Rückstau an der Ampel Lange Straße aufläuft.

„Subjektives Empfinden nicht ganz verkehrt“

Autofahrer, die gefühlt im Dauerstau stehen und ihrem Ärger darüber unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook immer wieder Luft machen, dürften sich durch das Gutachten bestätigt fühlen. „Das subjektive Empfinden ist nicht ganz verkehrt“, sagte Rüdiger Billeb (SPD) im Ausschuss.

Aber wie lässt sich der Verkehr beschleunigen? Diese wohl wichtigste Frage hat der Gutachter noch nicht beantwortet. „Jetzt beginnt die tatsächliche Arbeit“, sagte Jürgen Carls. Der Gutachter will „verschiedene Planfälle“ simulieren und dabei auch den weiteren vierspurigen Ausbau der B 54 und den Autobahnvollanschluss zur A 2 in Lünen-Süd mitberechnen.

Diese Untersuchungen dauern laut Stadt bis zum Herbst 2018. Danach sollen die Ergebnisse vorgelegt werden.