Gutachter: Bombe hätte auch ohne Rizin Menschen töten können

Im Prozess um die Planung eines Terroranschlags mit einer Rizin-Bombe hat der Gutachter am Dienstag berichtet, dass der Sprengstoff selbst ohne das Gift viele Menschen hätte töten können. Der Gutachter hatte Sprengsätze anhand der bei den Angeklagten gefundenen Anleitungen nachgebaut. Diese hätten eine erhebliche Wirkung gezeigt.

01.10.2019, 14:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gutachter: Bombe hätte auch ohne Rizin Menschen töten können

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ am Gebäude des Landgerichtes auf der Werdener Strasse. Foto: Martin Gerten/dpa

Die mutmaßlichen Rizinbomben-Bauer von Köln, ein Tunesier (30) und seine deutsche Frau (43), seien mit dem Bau ihrer Sprengsätze bereits so gut wie fertig gewesen, so der Gutachter. Wie gefährlich der Sprengstoff hätte sein können, erklärte der Chemiker mit dem Hinweis, dass er beim Testen nur geringe Mengen des gefundenen Sprengmittels verwenden konnte, um niemanden zu gefährden.

Alleine der Luftdruck der Explosion hätte im Umkreis viele Menschen töten können, so der Experte. Außerdem seien Metallkugeln als Splitter verwendet worden, so dass in einem weiteren Umkreis viele Menschen hätten verletzt oder getötet werden können. Früher im Prozess hatte es bereits gehießen, dass die Bombe - versehen mit dem Gift Rizin - sogar 100 Opfer hätte fordern können.

Der mutmaßliche Rizin-Bombenbauer von Köln gehörte Ermittlern zufolge einer Chat-Gruppe namens „Wölfe des Islamischen Staates in Europa“ an. Seiner Frau und ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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