Man City und der Ärger um den Videobeweis

Meister Manchester City fühlt sich gegen Tottenham Hotspur wie der sichere Gewinner. Doch der späte Siegtreffer von Gabriel Jesus zählt nicht. Es bleibt beim 2:2. Und Trainer Pep Guardiola hadert mit dem Videobeweis. Sein Team aber bringt den Starcoach ins Schwärmen.

18.08.2019, 10:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pep Guardiola wirkte nach dem erneuten Ärger um den Videobeweis ratlos, enttäuscht und fast ein bisschen resigniert.

„Es ist hart, weil wir so spät ein Tor geschossen haben“, klagte der Meistertrainer von Manchester City nach dem 2:2 (2:1) gegen Tottenham Hotspur, bei dem seinem Team wieder einmal der Videobeweis den Sieg verwehrt hatte. „Wir müssen das akzeptieren“, sagte Guardiola zähneknirschend. Ob er die Entscheidung korrekt fand, den späten Treffer von Gabriel Jesus nicht zu geben, ließ er offen. „Fragen Sie die VAR-Leute, nicht mich.“

Erst in der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Jesus für City das vermeintliche Siegtor erzielt und im Etihad-Stadion für ekstatischen Jubel gesorgt. Doch das 3:2 zählte nicht, denn Aymeric Laporte hatte den Ball vorher mit dem Arm berührt - eine korrekte Entscheidung. „Jedes Tor das mit der Hand oder dem Arm erzielt oder vorbereitet wird, wird in dieser Saison aberkannt, selbst wenn es unabsichtlich war“, stellte die Premier League nach Abpfiff erneut klar.

„Wenn es Hand war, war es Hand“, sagte Guardiola, für den es ein unangenehmes Deja-vu war. Im April war Man City im Viertelfinale der Champions League gegen Tottenham nach einer VAR-Posse ausgeschieden. Ein Spurs-Tor von Fernando Llorente, bei dem er den Ball scheinbar mit der Hand berührte, bestand die VAR-Prüfung. Ein spätes Tor von Raheem Sterling, das das Weiterkommen für City bedeutet hätte, zählte wegen einer Abseitsposition nicht. „Wir könnten mehr Einheitlichkeit vertragen“, moserte Guardiola jetzt. „Wenn das Hand von Laporte war, warum war es dann letzte Saison nicht Hand bei Llorente?“

Nationalspieler Ilkay Gündogan meldete sich nach dem Spiel auf Twitter zu Wort. „Das ist wirklich hart zu akzeptieren“, schrieb der deutsche Nationalspieler. „Das benachteiligt nur die angreifende Mannschaft. Meiner Meinung nach muss diese Regel geändert werden.“

Obendrein vermisste Guardiola den Videobeweis, als er ihn gebraucht hätte: „Ich fand, wir hätten einen Strafstoß bekommen müssen, als Erik Lamela im Strafraum Rodrigo gefoult hat.“ Der Spanier stichelte: „Die VAR-Leute haben da wohl gerade einen Kaffee getrunken.“

Schon das Auftaktspiel der Citizens bei West Ham war vor einer Woche vom Videobeweis geprägt. Auch da zählte ein Jesus-Tor nicht. Der Ärger hielt sich aber in Grenzen, weil der Meister das Spiel, in dem es auch zwei VAR-Entscheidungen zu Gunsten Citys gab, mit 5:0 gewann.

Immerhin konnte Guardiola dem Spiel am Samstag, in dem City durch Raheem Sterling (20.) und Sergio Agüero (35.) zweimal in Führung gegangen war, Lamela (23.) und der gerade eingewechselte Lucas Moura (56.) aber jeweils den Ausgleich erzielt hatten, trotzdem viel Gutes abgewinnen. „So wie wir gegen das zweitbeste Team in Europa gespielt haben, weiß ich nicht, ob man besser spielen kann“, schwärmte er. „Wir haben unglaublich gespielt, das beste Spiel, das wir in unserer Zeit zusammen gezeigt haben. Es war sowas von gut.“

Spurs-Coach Mauricio Pochettino freute über die Leistung seines Teams und die VAR-Entscheidung. „Wir müssen akzeptieren, dass die Technik jetzt ein Teil des Fußballs ist“, sagte er. „Heute haben wir davon natürlich profitiert. Eines Tages wird es mal ein Nachteil für uns.“

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