Grüne wollten Kerkeling 1999 als Bürgermeister

Die Grünen in Recklinghausen wollten den Entertainer Hape Kerkeling als Bürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahl 1999 aufstellen. „Für uns war das eine gute Gelegenheit, um in die Öffentlichkeit zu kommen“, sagte Christel Dymke, die seit 30 Jahren für die Grünen im Stadtrat der Ruhrgebietsstadt sitzt, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Er war ein bekannter Bürger der Stadt“, sagte Dymke. Damals habe er aber schon in Köln gelebt. „Wir haben ihn angesprochen und eingeladen.“ Bei einem Treffen in einer Szene-Kneipe habe er sich dafür bedankt, vorgeschlagen worden zu sein. Er fühle sich geehrt, habe er gesagt. „Uns war eigentlich klar, dass das nichts wird“, sagte die 63-jährige Anwältin weiter. Er habe damals schon Verpflichtungen als Entertainer gehabt. Kerkeling ist in Recklinghausen geboren und aufgewachsen.

11.11.2019, 16:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Grüne wollten Kerkeling 1999 als Bürgermeister

Hape Kerkeling, Komiker, Autor und Schauspieler, kommt zu einer Preisverleihung. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild

Dass Kerkeling nicht antreten würde, stand bereits über zwei Jahre vor der Kommunalwahl 1999 fest. Schon im Juli 1997 sagte der damals 32-Jährige dem WDR in Köln, dass er mit den Grünen in Recklinghausen über eine mögliche Bürgermeister-Kandidatur gesprochen habe. Man sei aber dann zu dem Entschluss gekommen, dass eine Bewerbung „wohl keinen Erfolg“ haben werde. Der WDR-Welle „Eins Live“ sagte Kerkeling damals: „Ich hab zwar nichts gegen das Leben eines Bürgermeisters, aber da wäre wohl doch einiges auf die Bündnisgrünen in Recklinghausen zugekommen.“

Über seinen in Vergessenheit geratenen Beinahe-Ausflug in die Kommunalpolitik hatte Kerkeling vergangene Woche der „Bild am Sonntag“ berichtet. Er habe kein Parteibuch, sagte er der Zeitung. Er habe es sich auch eine Zeit lang überlegt, sich aber letztlich doch nicht zur Wahl aufstellen lassen. „Ich habe doch gar keine Ahnung von der Politik“, begründete er seinen Rückzug. „Hätte ich "Ja" gesagt, hätten sich die Leute das mit Sicherheit sogar vorstellen können. Aber ich glaube, Politiker ist ein beinharter Job. Und am Ende traue ich mir den dann doch nicht zu.“

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