Grüne Stinker auf der Suche nach Winterquartier

dzStinkwanze

Die Invasion der kleinen grünen Wesen hat begonnen. Zu Hunderten machen sie sich auf in unsere Wohnungen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Außerirdische.

Selm

, 28.10.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grüne Stinkwanze, auch als Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling (Palomena prasina) bezeichnet, ist gerade auf der Suche nach einem gemütlichen, warmen Winterquartier. Sieht sie ein auf Kipp stehendes Fenster, heißt es: Hinein in die gute Stube! Nur, dass die rechtmäßigen Besitzer dieser Stuben meist nicht so begeistert davon sind. Das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Angelkort in Herbern fährt im Moment viele „Stink-Einsätze“ im ganzen Gebiet. „Dabei handelt es sich auch um Feuerwanzen oder Blattwanzen“, erklärt Mitarbeiterin Cassandra Lakony.

Die Insekten hielten sich oft in Kiesbetten am Fuß der Hauswand bzw. in Mauerritzen auf. „Dort speichert sich häufig die Sonnenwärme“, erklärt Lakony. Bemerken die Tiere dann Wärme oder Licht - durch ein geöffnetes Fenster zum Beispiel - sind sie schnell im Haus.

„Prächtig vermehrt“

Das wird eigentlich erst dann zum Problem, wenn sich Hunderte der Tierchen auf den Weg machen. „Wir hatten allerdings auch schon Anrufe von Leuten, die gerade mal zwei Wanzen im Haus hatten“, erklärt Cassandra Lakony.

Der Naturschutzbund NRW betont, dass die Wanzen völlig harmlos sind. „Sie richten keine Schäden an“, sagt Pressesprecherin Birgit Königs. Der Grund für die Invasion der kleinen grünen Wesen sei das trockenwarme Wetter 2018, das laut NABU für ein „außergewöhnliches Insektenjahr“ gesorgt hätte. Birgit Königs sagt: „Die haben sich wirklich ordentlich vermehrt dieses Jahr.“

Grüne Stinker auf der Suche nach Winterquartier

Im Frühling und Sommer trägt die Grüne Stinkwanze leuchtende Farben. © Helge May, NABU

Behutsam rauswerfen

Das scheint auch für die Grünen Stinkwanzen zu gelten. Vor allem im Südwesten der Republik, so der NABU, suchten daher ab Ende September ungewöhnlich viele Stinkwanzen nach einem passenden Winterquartier.

Und das Problem der unfreiwilligen Wanzenbesitzer: Auch wenn die Wanzen klein sind, stinken können sie wie ganz Große. „Wie viele andere Wanzen sondern sie bei Gefahr ein unangenehm riechendes Sekret aus. Wer sie loswerden möchte, sollte also behutsam vorgehen“, rät der Naturschutzbund.

Das Schädlingsbekämpfungsunternehmen besprüht oft die Hauswände der betroffenen Häuser mit Insektiziden. Eine Maßnahme, die Birgit Königs nicht gutheißt. „Man kann sie einfach in einem Glas sammeln und rausbringen. Man muss sie ja nicht direkt anfassen.“ Wie Marienkäfer könne man die Wanzen auch mit einem weichen Handbesen zusammenkehren und nach draußen transportieren.

Tiere sterben bei trockener Heizungsluft

„Damit tut man den Tieren auch einen Gefallen, denn in der Wohnung, bei trockener Heizungsluft, würden sie nach wenigen Tagen sterben“, sagt die Pressesprecherin. Finden sie hingegen draußen ein trockenes Plätzchen, können die erwachsenen Tiere den Winter überstehen.

Wanzen stinken übrigens nicht nur, sondern sie machen laut Birgit Königs auch richtig Radau. „Die brummen ganz laut, wenn sie fliegen. Vielleicht erschreckt das die Leute ja auch“, vermutet sie.

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