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Großrazzia mit Hunderten Polizisten gegen irakische Rocker

In elf Städten durchsucht die Polizei Räume von Mitgliedern einer irakischen Rockerorganisation. Sie sollen als Schleuser und Waffenhändler tätig sein. Bargeld und Computer werden sichergestellt.

22.05.2019 / Lesedauer: 2 min
Großrazzia mit Hunderten Polizisten gegen irakische Rocker

Polizeifahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Hunderte Polizisten sind am frühen Mittwochmorgen mit einer Groß-Razzia in Nordrhein-Westfalen gegen die irakische Rockerorganisation „Al-Salam-313“ vorgegangen. Der Einsatz richte sich gegen 34 Beschuldigte der Organisation, sagte eine Sprecherin der Essener Polizei, die die Razzia gemeinsam mit der Essener Staatsanwaltschaft leitet. Zunächst sei die Aktion ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es am Morgen. Der Großeinsatz soll nach Polizeiangaben bis in den Nachmittag hinein dauern. Den Mitgliedern wird unter anderem Waffenhandel und Schleuserkriminalität vorgeworfen. Die Polizei beschlagnahmte Bargeld und Computer. Am Mittag wollte sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem Einsatz äußern.

Der Schwerpunkt des Großeinsatzes lag laut Polizei im Raum Köln und im Ruhrgebiet. Außer in Köln und Essen durchsuchte die Polizei Objekte von Mitgliedern der Organisation in Duisburg, Bonn, Hünxe, Siegburg, Dortmund, Heiligenhaus, Velbert, Olpe und Krefeld. Seit 5.00 Uhr beteiligten sich mehrere Hundert Einsatzkräfte an der Großrazzia. An den Durchsuchungen waren nach Polizeiangaben auch Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes beteiligt.

Gegen die Gruppe werde seit geraumer Zeit ermittelt, sagte ein Sprecher der Polizei. Neben dem Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln gehe es vor allem um gefälschte Ausweise und Sprachzertifikate sowie Schleuserkriminalität. Haftbefehle seien bislang nicht vollstreckt worden, sagte der Sprecher. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Vor allem das Ruhrgebiet steht seit Monaten im Mittelpunkt der Ermittlungen. Erst Mitte Januar hatte es dort eine Großrazzia mit 1300 eingesetzten Polizisten gegeben. Der Einsatz richtete sich vor allem gegen Clankriminalität in dem Ballungsraum. Das Treiben von rund 50 Clans in NRW, darunter türkisch- und libanesisch stämmige, besorge ihn „extrem“, sagte Innenminister Reul im Dezember vergangenen Jahres: „Sie erheben den Anspruch, zu bestimmen, was auf der Straße passiert. Das ist ein frontaler Angriff auf den Rechtsstaat.“

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