„Große Brüder“ auf Zeit

17.12.2018, 16:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Große Brüder“ auf Zeit

Gudrun und Udo Herbrecht mit Fotos aus den 1950er Jahren. Damals wuchs Gudrun Herbrecht an der Hochstraße, in ihrer Familie lebten damals Bergbau-Lehrlinge. © Marcel Drawe

Gudrun Herbrecht hat ihre Kindheit und Jugend in einem Haus an der Hochstraße verbracht. Das war in den 1950er Jahren. Damals wohnte sie mit ihrer Mutter und mit ihrem Stiefvater zusammen – und mit bis zu sieben jungen Männern und Jugendlichen. Die waren aus Nord- und aus Süddeutschland nach Bergkamen gekommen, weil sie hier eine Lehrstelle gefunden hatten: Im Bergbau, der damals der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig in der Region war und vielen Menschen Arbeit gab.

Weil die Lehrlinge mit 14 Jahren noch sehr junge waren und ohne ihre Eltern nach Bergkamen gekommen waren, sollten sie nicht auf sich allein gestellt sein und kamen bei Familien unter. Auch Gudrun Herbrechts Stiefvater arbeitete in einem Bergwerk, deshalb nahm die Familie die jungen Leute auf.

Für Gudrun Herbrecht, die damals noch Schmidt hieß, war das in ihrer Kindheit sehr spannend, auf einmal hatte sie so etwas wie große Brüder. Die passten auf ihre „kleine Schwester“ auf. So musste sich auch Udo Herbrecht, der sich damals in Gudrun verliebt hatte, mit den Lehrlingen anfreunden. Mit Erfolg: Die Herbrechts sind seit 53 Jahren verheiratet.