Großbäcker rechnen dank guter Ernte mit stabilen Brotpreisen

Die deutschen Großbäcker gehen von stabilen Preisen für Brot und Backwaren aus. Und sie wollen von einem Trend profitieren: Weniger Fleischkonsum gleich mehr Umsatz beim Brot.

18.09.2019, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angesichts einer besseren Ernte im Sommer rechnet der Verband Deutscher Großbäckereien mit stabilen Brotpreisen für die Verbraucher. „Wir haben aktuell eine gute Rohstoffversorgung. Von daher rechne ich mittelfristig mit stabilen Brotpreisen“, sagte Verbandspräsidentin Ulrike Detmers am Mittwoch in Gütersloh.

Detmers fügte an, auch wegen der Klimakrise und einem damit verbundenen möglichen Rückgang beim Fleischkonsum seien weiter gute Geschäfte bei Brot und Backwaren zu erwarten. „Auch dank der „Friday for Future“-Proteste gibt es Druck auf die Fleischkonsumenten.“ Sie gehe daher von stabilen Umsätzen aus.

Der Verband vertritt 100 Mitglieder, die in der Regel mehr als 20 Millionen Euro im Jahr umsetzen. Der Umsatz der gesamten Branche lag nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2017 bei 20,5 Milliarden Euro. Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor.

Der Trend, dass immer mehr inhabergeführte kleinere Bäckereien aufgeben, setze sich fort, betonte Detmers und sprach von einem „stillen Sterben der Kleinbetriebe“. Dabei seien die Großbäcker froh über jeden Handwerker, „der die Farben der Bäcker hochhält“. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2010 noch knapp 12 000 kleiner Betriebe in Deutschland, 2017 waren es nur noch rund 9000. Im Gegenzug wuchs die Zahl der Großbäckereien, die mehr als 50 Millionen Euro Umsatz im Jahr erzielen, von 34 (2010) auf 45 im Jahr 2017 an.

Mit 33 Prozent halten die Großbäcker, die Supermärkte und Discounter beliefern, nach Verbandsangaben den größten Marktanteil in Deutschland. Die Bäcker mit weniger als einer Million Euro Umsatz pro Jahr erreichen zusammen 14 Prozent.

Neben der Klimakrise beschäftigt die Großbäcker ein weiteres Umweltthema. „Zusammen mit der Verpackungsindustrie wollen wir in den nächsten Jahren 20 bis 30 Prozent Plastik einsparen“, sagte Präsidentin Detmers. Dabei gehe es um die Dicke der Folien, in die die Brote verpackt werden. Das sei allerdings ein hochkomplexes Thema. „Auch ein Umstieg auf Papier könnte eine Lösung sein“, sagte Hauptgeschäftsführer Armin Junger. Allerdings wolle der Verbraucher das verpackte Brot direkt sehen, was einen Umstieg schwierig mache.

Bei den Brotsorten sieht Detmers einen Trend zu eiweißreichen und kohlenhydratreduzierten Angeboten. Mit einem Verkaufsanteil von fast 30 Prozent sind Mischbrote beim Verbraucher nach Verbandsangaben allerdings immer noch der Klassiker, Toastbrot (23 Prozent) folgt auf Platz zwei. Reines Weizen- (6,4 Prozent) oder Roggenbrot (6,1) folgt auf den hinteren Plätzen.

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