Grabsteine erzählen besondere Geschichte(n)

dzStadtkirche

Die Arbeit von Hartmut Hegeler und Jürgen Düsberg hat sich gelohnt: Hegeler referierte beim Archivpflegetag des Landeskirchlichen Archivs der Ev. Kirche von Westfalen im Oktober 2018.

Unna

, 05.09.2019, 12:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die alten Grabsteine des ehemaligen Friedhofs rund um die Stadtkirche haben es den beiden Pfarrern im Ruhestand Hartmut Hegeler und Jürgen Düsberg angetan. Heute stehen die Grabsteine in der bald wieder zugänglichen Stadtkirche. „Aber“ so Hegeler, „das sind bei Weitem nicht alle. Es ist davon auszugehen, dass einige in die Baumasse Unnaer Gebäude eingegangen sind.“

Aufarbeitung der Historie

Hegeler und Düsberg befassen sich seit geraumer Zeit mit der Aufarbeitung der Geschichte und der Geschichten um diese Grabsteine. Dazu ließen sie 47 erhaltene Grabsteine hochauflösend fotografieren, verwandelten sie in Negative und können so die Inschriften besser lesen.

Sie erfuhren von Schicksalen aus den Jahren 1777 oder 1794 und konnten anhand von Familienwappen die Herkunft der Toten herausfinden, für die der Grabstein vor Jahrhunderten gemacht wurde. Längst sind aber nicht alle Rätsel um die Grabsteine gellöst. Manche Geschichte erfordert größeren Rechercheaufwand als eine andere.

Vorträge in Unna

Im Frühjahr 2018 hielten die ehemaligen Pastöre bereits Vorträge in Unna über die Grabsteine und ihre Geschichten. Unter dem Titel „47 Grabsteine von 1597 bis 1794 erzählen zum Teil erschütternde Schicksale“ stellten sie die Steine und deren Fotos sowie passende Dokumente vor. Im Herbst 2018 erhielt ihre Arbeit dann auch überregionale Aufmerksamkeit: Hartmut Hegeler wurde zum Archivpflegetag des Landeskirchlichen Archivs der Ev. Kirche von Westfalen eingeladen, referierte am 4. Oktober in Bielefeld über „Grabsteine rund um die Evangelische Stadtkirche“.

Förderverein ist dankbar

„Wir sind dankbar für das Engagement von Hegeler und Düsberg“, sagt Jürgen Korvin Verein zur Erhaltung der Ev. Stadtkirche. „Die Erhaltung der Stadtkirche als Gebäude ist uns wichtig. Wenn es gelingt, etwas mehr über ihre Geschichte zu erfahren – und sei es im Detail – und die Menschen dafür zu interessieren, dann ist das für unsere Arbeit förderlich.“

Die ist weiter anstrengend, denn die Sanierung des Gotteshauses nach dem Sturm Friederike muss finanziert werden. Dass Hegeler und Düsberg nun von einem Kollegen wissen, der 1660 vor ähnlichen Problemen stand, macht die Geschichte dann fast unheimlich.

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