Goldmünzen eines Rentners veruntreut: Bewährungsstrafe

Ein Berufsbetreuer aus Bonn hat eine Bewährungsstrafe erhalten, weil er einen Senior um seine Goldmünzen gebracht hat. Das Bonner Landgericht verurteilte ihn in zweiter Instanz wegen Untreue in zwei Fällen zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte.

06.09.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der gerichtlich bestellte Betreuer hatte die Goldmünzen-Sammlung des 83-jährigen Rentners laut Gericht unter seinem Namen in ein Düsseldorfer Auktionshaus gebracht und bei zwei Versteigerungen insgesamt 10 235 Euro ausgezahlt bekommen. Laut Urteil reichte er die Erlöse nicht an den Senior weiter. Der Rentner aus Neunkirchen-Seelscheid bei Siegburg war zum Tatzeitpunkt nicht mehr in der Lage, seine Finanzgeschäfte selbstständig zu führen.

In zwei weiteren Fällen wurde der Angeklagte hingegen diesmal freigesprochen. Es konnte ihm nicht mehr nachgewiesen werden, dass er zwei Abhebungen in Höhe von 10 000 Euro vom Konto des 83-Jährigen nicht ausgehändigt hatte, wie das Landgericht urteilte.

Das Amtsgericht Siegburg hatte den 59-jährigen Betreuer im vergangenen Dezember wegen Untreue in insgesamt vier Fällen noch zu anderthalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Gegen das Urteil war er in Berufung gegangen. Auch die neue Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig: Der Betreuer kündigte bereits eine Revision beim Oberlandesgericht Köln an.

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