Gibt es eine zweite Chance für Schwertes Teilnahme an der IGA 2027?

dzRuhrauen

Mit ihren Plänen die IGA 2027 auch nach Schwerte zu locken, holte sich die Stadtverwaltung eine blutige Nase. Doch es gibt immer noch eine Chance, beim Großereignis dabei zu sein.

Schwerte

, 03.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Am 15. Oktober 2017 endet die bislang letzte Internationale Gartenbauausstellung, kurz IGA. Sie fand in Berlin-Marzahn statt und hinterließ der Stadt einige neue Einrichtungen, unter anderem eine Seilbahn. Offiziell wurden 40 Millionen Euro dafür investiert. Die nächste IGA soll 2027 stattfinden und zwar im Ruhrgebiet. Bislang allerdings ohne eine Schwerter Teilnahme. Denn der Rat hatte das in seinem Sitzungslauf nach den Sommerferien abgelehnt.

Bürgermeister Dimitrios Axourgos hatte damals gemeint, es sei die letzte Chance auf den Zug aufzuspringen und IGA-Projekte nach Schwerte zu holen.

Das Problem an der politischen Diskussion in Schwerte zu dem Thema: Man diskutierte unter sich, ohne den Regionalverband Ruhr, der die IGA ausrichtet, einzuladen. Im Novembersitzungslauf holte man das nach und lud mit Nina Frense, die Beigeordnete für den Bereich Umwelt im RVR, ein. Die hatte eine Überraschung im Angebot: Noch bis Ostern könnte Schwerte der IGA beitreten. Zumindest wenn man bis dahin einen entsprechenden Ratsbeschluss gefasst habe. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass die Stadt Zuschüsse aus dem IGA-Topf erwarten kann.

Sechs Zukunftsgärten und weitere Wünsche

Denn der Löwenanteil der zu erwartenden Zuschüsse geht an sechs Projekte, die auf jeden Fall umgesetzt werden sollen: die sogenannten Zukunftsgärten, mit 135 Millionen Euro der bislang angepeilten 200 Millionen Investitionsmittel. Dafür werden in Dortmund, Gelsenkirchen und Duisburg Parks angelegt, die nach klassischer Gartenausstellungstradition eintrittspflichtig sind. Ergänzt werden sie durch drei weitere Parks in Bergkamen/Lünen, Castrop-Rauxel/Recklinghausen und an der Emschermündung, die kostenlos besucht werden können.

Auf den Rest der Summe gibt es einen Ansturm der übrigen Städte des Regionalverbandes. Gute Chancen räumt Nina Frense dabei den Projekten entlang der Ruhr ein. Denn der Kreis Ennepe-Ruhr und die Stadt Hagen haben gemeinsam einen Plan unter der Überschrift „Perlen an der Ruhr“ entworfen. Der endet an der Stadtgrenze. Schwertes erste Vorstellung, die Axourgos in den Planungsausschuss eingebracht hatte, würde das gut reinpassen, findet Frense. Allerdings ist genau dieses Projekt nicht nur unter Naturschützern schwer umstritten. Eine Möblierung der Ruhrauen könne man sich nicht vorstellen, hatten neben den Grünen auch CDU, FDP und ein Vertreter der WfS geurteilt – wegen des Naturschutzes und des Hochwasserschutzes.

Die Stadtverwaltung hatte ihre „Inszenierung“ des Ruhrkorridors direkt in das Integrierte Handlungskonzept (IHK) für die Innenstadt eingearbeitet. Mit erheblicher finanzieller Förderung der IGA wollte man eine parkähnliche Landschaft zwischen Amsel und Kanuverein entstehen lassen, mit Wasserspielplatz, Sportmöglichkeiten, Kunstinstallationen und einer Hundewiese entstehen lassen.

Zumindest für die Kunstinstallationen scheint es wieder eine Chance zu geben. Zumindest dann, wenn sie am Gelände unterhalb des Rohrmeistereiplateaus angesiedelt würde. Das war das Ergebnis eines Treffens der Naturschutzverbände, das im November auf Einladung der Grünen stattfand. Dort entwickelte man unter anderem den Plan, einen einfachen Pfad mit Skulpturen unterhalb der Ruhrbalkone anzulegen.

SPD will einen weiteren Vorstoß unternehmen

Ob das für eine IGA-Teilnahme reichen wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn Nina Frense als Umweltdezernentin des Regionalverbandes konnte am umstrittenen Schwerter Konzept für die Ruhrauen auf den ersten Blick keine Probleme für die Umwelt erkennen.

Der nächste Sitzungslauf des Rates findet im Frühjahr statt. Dann will die SPD auf jeden Fall einen weiteren Vorstoß unternehmen, doch noch einen Beschluss zur Teilnahme zu fassen. Schließlich sollte man die Chance nicht im Vorfeld schon verstreichen lassen. „Wir haben ja auch noch andere Flächen, auch an der Ruhr“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder am Montag auf Anfrage.

Gartenausstellungen

Was ist die IGA, was die Buga?


Die Bundesgartenschau (Buga) findet alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt. Alle zehn Jahre ist sie eine Internationale Gartenbauausstellung wie 2027 in der Metropole Ruhr. Die IGA 2017 fand in Berlin im neuen Erholungspark Marzahn und in Teilen des Wuhletals vom 13. April bis 15. Oktober 2017 statt unter dem Motto „Ein Mehr aus Farben.“ Die erste IGA fand unter dem Namen „Allgemeine Deutsche Gartenbauausstellung mit internationaler Beteiligung“ in Vogels Garten, Poppes Garten und Hellings Garten 1864 in Erfurt statt.
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