Bildergalerie

Gewinner des Internationalen Naturfotofestivals 2019

Beeindruckende Fotos sind beim Internationalen Naturfotofestival im Hilpert-Theater, Hansesaal und der Rundturnhalle zu sehen. Das Internationale Naturfotofestival lockt vom 25. bis 27. Oktober wieder viele Besucher nach Lünen. Hier sind preisgekrönte Fotos der Wettbewerbe.
25.10.2019
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Sieger Säugetiere: Ingo Arndt (GDT) – Deutschland
Ein Puma jagt ein ausgewachsenes Guanako-Männchen
Dazu sagt der Fotograf: Für die erste komplette Fotoreportage über wilde Pumas (Puma concolor) verbrachte ich mehr als sieben Monate in der Wildnis Patagoniens. Es war mein bisher aufwändigstes Projekt. Bei extremem Wind und eisigen Temperaturen wartete ich oft stundenlang hinter Felsen versteckt oder legte zu Fuß bis zu 20 Kilometer zurück. So entstanden Bilder von bisher noch nie dokumentierten Verhaltensweisen. Das wichtigste Motiv für mein Puma-Projekt war dieses Bild einer Guanako-Jagd.© Ingo Arndt
2. Platz Säugetiere: Ann Toon – Großbritannien
Erdmännchen unterwegs
Diese Aufnahme zeigt eine kleine Gruppe von Erdmännchen (Suricata suricatta) im südafrikanischen Teil des Kgalagadi-Transfrontier-Nationalparks. Die Tiere sind unterwegs zu ihrem unterirdischen Schlafplatz, wo sie die Nacht gut geschützt vor ihren Feinden verbringen. Ich hatte die Gruppe bereits seit mehreren Tagen begleitet und ihr interessantes Verhalten fotografiert. Erdmännchen sind ständig in Bewegung, doch die Tiere achten trotzdem stets darauf, in engem Kontakt zu bleiben. Mit einer längeren Verschlusszeit wollte ich dieses Verhalten dokumentieren.© Ann & Steve Toon Wildlife Photog
Lobende Erwähnung Säugetiere: Marco Gaiotti – Italien
Dschelada nach dem Gewitter
Dscheladas, auch Blutbrust-Paviane genannt, sind weltweit die einzige Affenart, die sich von Gräsern ernährt. Beheimatet sind sie auf den Hochebenen Äthiopiens. Jeden Morgen wandern große Familienverbände von ihren Schlafplätzen in den steilen Felswänden, die bis zu 1000 Meter senkrecht abfallen können, zu ihren Futterplätzen auf den Hochebenen. Auf diesem Bild kann man die Strategie der Nahrungsaufnahme gut erkennen: Die Tiere reißen Büschel von Gras ab, sortieren die Halme und führen das Bündel dann zum Maul. Die Aufnahme entstand am Ende der Regenzeit nach einem heftigen Gewitter.© Marco Gaiotti
Sieger Andere Tiere: Ignacio Medem Seghers – Spanien
101 Krokodile
Der Kadaver des Nilpferdes, das wohl eines natürlichen Todes gestorben war, blieb nicht lange erhalten. Schon nach drei Tagen war von dem massigen Körper nichts mehr zu sehen, und auch die zahlreichen Krokodile waren verschwunden. Die Aufnahme entstand am Luangwa, einem Nebenfluss des Sambesi. Der Titel des Bildes beruht auf meinem Versuch, die Krokodile in diesem Bildausschnitt zu zählen. Ich kam zu keinem eindeutigen Ergebnis, aber auf jeden Fall sind es über 100 Individuen.© Ignacio Medem Seghers
2. Platz Andere Tiere: Svetlana Ivanenko – Russland
Kampf der Titanen
Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist wohl die bekannteste Art der Familie der Schröter (Lucanidae). Während einiger Wochen im Juni ist das Verhalten dieser großen Insekten äußerst interessant. Dann entscheiden die Männchen, wer sich im Kampf um die Weibchen behaupten kann. Dieses Schauspiel kann man nur in alten Eichenwäldern beobachten. Diese Aufnahme entstand in der Region Woronesch in Russland. Jedes Jahr besuche ich dieselbe Stelle, um mich am Verhalten dieser faszinierenden Tiere zu erfreuen. Einige Dutzend gehörnter Insekten messen dort ihre Kräfte. Die Weibchen verfolgen das Geschehen und treffen ihre Wahl.© Svetlana Ivanenko
Sieger Pflanzen und Pilze: Dorin Bofan – Rumänien
Standhaft
Dazu sagt Dorin Bofan: Das Naturreservat Invereshie and Inshriach liegt am Fuße des Cairngorm-Plateaus im schottischen Hochland. Dort habe ich eine Woche damit verbracht, Waldkiefern (Pinus sylvestris) zu fotografieren. Eine Wanderung zwischen den direkten Nachkommen des ursprünglichen Waldes, von denen einige viele hundert Jahre alt sind, war eine Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Und noch dankbarer war ich für die abrupten Wetterwechsel, die während meines Aufenthaltes stattfanden. Dieses Bild entstand während eines heftigen Schneesturms, von denen es in dieser Woche mehrere gab.© Dorin Bofan
2. Platz Pflanzen und Pilze: Marijn Heuts – Niederlande
Der Winter ist da
Dazu sagt der Fotograf: Nach der ersten kalten Nacht des Winters 2018/19 verbrachte ich den folgenden Tag in der Beegderheide, einem kleinen Naturschutzgebiet in der Nähe meines Wohnortes. Ein starker Wind hatte über Nacht interessante Muster auf der dünnen Eisdecke gebildet, die sich gut mit den runden Formen der Seerosenblätter ergänzten. Ich setzte einen Polfilter ein, um dem Eis eine tief dunkelblaue Farbe zu verleihen, wodurch ein perfekter Kontrast zu den warmen Herbstfarben der Blätter entstand.© Marijn Heuts
Sieger Vögel: Dr. Siegmar Bergfeld (GDT) – Deutschland
Silberreiher
Dazu sagt der Fotograf: Nach einer wunderbaren Fototour am Morgen genießen wir einen Fahrradausflug durch die Sumpflandschaft in der Nähe des Besucherzentrums von Shark Valley (Everglades, USA). Nach unserer Rückkehr ist das Zentrum voll mit Besuchern, die mit Trambahnen durch das Gebiet fahren wollen. Niemand nimmt Notiz von einem Silberreiher, der sich inmitten des Trubels auf dem Dach einer stehenden Tram ausgiebig putzt. Eilig hole ich meine Kamera. Eine weiße Wolke im Hintergrund macht das High-Key-Porträt für mich perfekt.© Dr Siegmar Bergfeld
2. Platz Vögel: Espen Bergersen – Norwegen
Reflexion eines Vogelfelsens
Das sagt der Fotograf: Dies ist der Vogelfelsen von Bleiksøy in der Nähe von Andøya in Nord-Norwegen. Tausende von Papageitauchern und viele andere Seevögel brüten dort, und manchmal fliegen die Vögel in großen Schwärmen um die Insel – ein überwältigender Anblick. Das Bild entstand an einem windstillen Tag, so dass sich der Vogelfelsen und die Vögel perfekt auf dem glatten Meer spiegelten. Durch die leichte Dünung veränderte sich die Reflexion ständig, und ich machte eine ganze Serie von Bildern, von denen mir dieses zum Schluss am besten gefiel.© Espen Bergersen
Gesamtsieger des Wettbewerbs wurde der Spanier Eduardo Blanco Mendizabal mit seinem Bild Der Geist.
Die Aufnahme entstand in der Dämmerung. Sie zeigt eine der am stärksten bedrohten Katzenart Europas, einen Pardelluchs (Lynx pardinus). Jury-Mitglied Richard Peters: „Das Bild erregte die Aufmerksamkeit der Jury, weil es anders ist. Ein Bild, das sich nicht jedem unmittelbar erschließt, dessen Wirkung sich aber umso stärker entfaltet, je länger man es betrachtet. Wenn sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt haben, erwacht dieses Bild zum Leben.“
© Eduardo Blanco Mendizabal
Sieger Landschaften: Guillaume Bily – Frankreich
Regenbogen-Nebel
Dazu der Fotograf: An einem Herbstmorgen wanderte ich durch den Wald eines kleinen schwedischen Schutzgebietes in der Nähe des Polarkreises. Mein Ziel war eine große Hochmoorfläche. Die Sonne war bereits aufgegangen, es ging kein Lufthauch, und die Stille war überwältigend. Am Waldrand angekommen, sah ich, wie Nebelschwaden über einer Hügelkette jenseits des Moores aufstiegen. Ständig veränderten sie ihre Form, und das Sonnenlicht brach sich in den einzelnen Schichten. Nach nur zehn Minuten war das beeindruckende Schauspiel vorbei, und der Nebel löste sich auf.© Guillaume Bily
2. Platz Landschaften: Luis Manuel Vilariño Lopez – Spanien
Der rote Elefant
Dazu sagt der Fotograf: Im Mai 2018 begann die größte Eruption des Kilauea (Hawaii) seit 200 Jahren. Innerhalb weniger Tage bedeckte der Lavastrom eine gewaltige Fläche, und schließlich erreichte er das Meer. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, die Gewalt und das Drama dieses Schöpfungsprozesses im Bild festzuhalten. An der sich stets verändernden Küste tobte eine Schlacht zwischen dem Meer, das um seinen verlorenen Platz kämpfte, und dem Vulkan, der Meter für Meter an Boden gewann. Über der Schlacht stiegen gigantische Wolken aus saurem Dampf auf, gespeist von den gewaltigen Wellen, die der Pazifik gegen die Lava schleuderte.© Luis Manuel Vilariño Lopez
Sieger Unter Wasser: Manuel Plaickner – Italien
Frühling im Teich
Dazu sagt der Fotograf: Seit vielen Jahren verfolge ich im Frühjahr die Paarungszeit der Grasfrösche. Sobald die ersten frostfreien Nächte mit etwas Regen anstehen, beginnt deren Wanderung zu den Laichgewässern. In Südtirol gibt es einzelne Massenlaichplätze, an welchen sich diese Tiere zahlreich versammeln und wo ich dieses Naturschauspiel beobachten kann. Leider ist in einigen Biotopen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, und ich hoffe, mit diesem Bild die Menschen für den Schutz dieser Tiere begeistern zu können.© Manuel Plaickner
2. Platz Unter Wasser: Marco Steiner – Österreich
Alien
Zu seinem Foto sagt Steiner: Das Bild zeigt einen etwa 15 cm großen Diamantrücken-Kalmar (Thysanoteuthis rhombus) in fast symmetrischer Haltung, der während eines Blackwater-Tauchgangs in rund 15 m Tiefe vor Kuramathi (Malediven) fotografiert wurde. Blackwater-Tauchgänge sind Nachttauchgänge im offenen Meer, bei denen Lampen an einer Leine und Boje platziert werden, um Plankton anzulocken. Plankton migriert vertikal im offenen Meer, was als die größte Migration in der Tierwelt gilt, die jede Nacht fast unbeobachtet stattfindet.© Marco Steiner
Lobende Erwähnung Unter Wasser: Alexander Mustard – Großbritannien
Paarungstanz
Dazu sagt der Fotograf: Juwelen-Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis) laichen am Abend, bevor sie sich für die Nacht in das Riff zurückziehen. Daher legte ich meinen Tauchgang auf den späten Nachmittag, weil ich den ausdrucksstarken Balztanz der Tiere dokumentieren wollte. Ich nutzte eine längere Belichtungszeit in Kombination mit Blitz, um die tanzenden Bewegungen wiederzugeben, mit denen das Männchen die Weibchen in seinem Harem beeindrucken will. Entstanden ist dieses Bild im Roten Meer bei Sharm El Sheikh (Ägypten).© Alexander Mustard/www.amustard.c
Sieger Mensch und Natur: Miguel Ángel Rubio Robles – Spanien
Meine Hände
Dazu meint der Fotograf: In den letzten Jahren haben viele Zoos versucht, sich ein neues Image zu geben. Sie rechtfertigen ihre Existenz damit, dass es ihnen gelungen ist, geräumigere Gehege anzulegen und die Anzahl der gehaltenen Tiere zu reduzieren. Außerdem wird größerer Wert darauf gelegt, seltene und bedrohte Arten zu halten und gezielt für diese Fortpflanzungsprogramme zu entwickeln. Das Bild zeigt einen Mandrill (Mandrillus sphinx) im Zoo von Madrid. Auf der Glaswand seines Geheges sieht man die Spuren seiner Hände – ein Anblick, der verzweifelt wirkt.© Miguel Ángel Rubio Robles
2. Platz Mensch und Natur: Jon Andoni Juarez (GDT) – Spanien
Was backt denn da?
Dazu meint der Fotograf: Dieses Bild ist ein Teil des Projekts The heart of the barracks, das zusammen mit geflüchteten Kindern entstand. Das Gelände der alten Kaserne, in der die Flüchtlings-Familien wohnten, war ein großer Spielplatz für die Kinder, aber es gab dort auch viele wilde Tiere. Wochen und Monate lang haben wir gemeinsam die Füchse fotografiert, eine Zeit in der die Fotografie, aber auch diese kleinen roten Nachbarn, ein besonderes Werkzeug für die Integration der Kindern waren.© Jon Andoni Juarez
Sieger Atelier Natur: Fran Rubia – Spanien
Turbidit-Mann
Zu diesem Bild: Dieses Turbidit-Sedimentgestein besteht aus Mergeln und Sanden, die bis vor zwei Millionen Jahren für einen Zeitraum von acht Millionen Jahren vom Mittelmeer bedeckt wurden und anschließend durch Landhebung freigelegt wurden. Diese Formation, die an ein menschliches Antlitz erinnert, fand ich in der Wüste von Tabernas bei Almeria im Südosten Spaniens. Ein letzter Strahl der untergehenden Sonne bildet die „Nase“ und macht die Illusion perfekt. Man spricht dabei von Pareidolie, der Fähigkeit, in Mustern und Strukturen Gesichter oder andere vertraute Erscheinungen zu erkennen.© Fran Rubia
2. Platz Atelier Natur: Fortunato Gatto – Italien
Die Wiedergeburt des Phönix
Zu diesem Bild: Hinter dieser Aufnahme stecken keine elaborierten Techniken oder Kunstgriffe, sondern lediglich ein paar Tage der Kontemplation, die ein neues Bewusstsein in mir geweckt haben. Der aus dem Sand aufsteigende Phönix ist nicht nur eine Textur aus dem Wechselspiel der Gezeiten, sondern vor allem ein Symbol der Wiedergeburt, das mir die Möglichkeit gab, die Natur mit anderen Augen zu sehen.© Fortunato Gatto
Sieger Jugendkategorie bis 14 Jahre: Carlos Pérez Naval – Spanien
Im Blätterdach
Zu diesem Foto: Dieses Hoffmann-Zweifingerfaultier (Choloepus hoffmanni) fotografierte ich in der Nähe von Panama City von einem Aussichtsturm im Regenwald. Das Tier ruhte an einem nebligen Morgen auf den Ästen eines Ameisenbaumes (Cecropia spec.). Ich entdeckte es von der Spitze des Aussichtsturms aus, aber nachdem ich einige Fotos auf Augenhöhe gemacht hatte, dachte ich, ich könnte eine bessere Perspektive bekommen, wenn ich etwas weiter unten stände. Also ging ich eine Etage tiefer, in den Speisesaal, um das Tier von dort aus mit den schönen Blättern des Baumes in der nebligen Atmosphäre aufzunehmen.© Carlos Pérez Naval
Sieger Jugendkategorie 15 bis 17 Jahre: Patrick Moser – Schweiz
Tannenmeise
Dazu sagt der Fotograf: Die Tannenmeise (Periparus ater) ist die kleinste Meisenart der Schweiz und in unseren Bergwäldern verbreitet. Das Bild entstand im Hochwinter bei bitterkalten Verhältnissen im Val Roseg. Obwohl zu dieser Jahreszeit fast immer im Schatten, lassen die verschneiten und von der Sonne angeleuchteten Berge im Hintergrund Fotos mit Silhouetten zu. Aber es braucht Geduld, bis sich ein Vogel am richtigen Ort hinsetzt; und meist ist er schon wieder weg, bevor der Fokus stimmt.© Patrick Moser