Gewalt im Fußball bleibt ein großes Problem

Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen bleibt ein ernstzunehmendes Problem. Das geht aus dem Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hervor. So ist die Zahl der verletzten Personen in der Saison 2017/2018 mit 1213 fast so hoch wie im Vorjahr (1226). „Jeder Verletzte ist für uns einer zu viel. Gewalt bei Fußballspielen ist weiterhin ein Problem“, sagte ZIS-Leiterin Heike Schultz am Montag in Duisburg.

08.10.2018, 14:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zahl erfasster Straftaten sank von 8023 (2016/17) auf 6921. Das Minus von 13 Prozent sei jedoch „zu einem großen Teil den Ligakonstellationen zuzurechnen“ und belege „keinen Rückgang von strafrechtlich relevantem Verhalten“, erläuterte Schultz. Die meisten der Tatverdächtigen waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Daher sei Gewalt im Fußball „kein Jugendphänomen“, stellte Schultz fest.

Sorgen bereiten den Behörden die gewaltbereiten Teile der Ultras als feste Bestandteile der Fangruppierungen. Hier sei ein steigender Organisierungsgrad zu beobachten. „Die Gruppen sind gut strukturiert und planen gemeinsam Aktionen. Immer wieder zeigt sich das auch in der sofortigen Solidarisierung gegen Einsatzkräfte, wenn polizeiliche Maßnahmen gegen Einzelne getroffen werden“, so Schultz.

Auf 1121 (Vorsaison: 922) gestiegen ist die Zahl der von den Clubs verhängten Stadionverbote. Die freiheitsentziehenden bzw. beschränkenden Maßnahmen wuchsen ebenfalls. Den Vorwurf von Interessensverbänden der Fans und Ultras, Stadionverbote würden zu Unrecht schon nach kleinsten Vergehen ausgesprochen, wies Schultz angesichts von fast 7000 Strafverfahren und mehr als 10 000 Fest- oder Ingewahrsamnahmen zurück: „Diese Behauptung ist nicht tragbar.“

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