Gesetzliche Kassen begrüßen neue Krankenhausplanung in NRW

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) begrüßen die vorgesehene neue Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen mit einer stärkeren Spezialisierung. Der Vorstoß sei ein Signal, dass die Bundesländer sich ihren Herausforderungen stellten, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, am Freitag der dpa. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit, Ferdinand Gerlach, sagte, im Patienteninteresse sollten Kliniken sich auf ein Leistungsspektrum konzentrieren. „Weniger ist hier manchmal mehr, und das Krankenhaus um die Ecke ist nicht automatisch das bestgeeignete.“

13.09.2019, 11:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Krankenhäuser im bevölkerungsreichsten Bundesland sollen sich auf bestimmte Leistungen spezialisieren, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag angekündigt hatte. Bei der Planung soll dann nicht mehr die Bettenzahl als Richtgröße dienen, sondern Krankenhäuser sollen in Leistungsbereiche eingeteilt werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Pläne begrüßt. „Das ist eine Blaupause für kluge Krankenhausplanung“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitag). Patienten bräuchten für den Notfall eine Klinik in der Nähe. Für gute Qualität bei planbaren Eingriffen seien die allermeisten aber auch bereit, etwas weiter zu fahren.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz nannte eine Krankenhausreform überfällig. „Dazu brauchen die Patienten eine gute Grundversorgung vor Ort ebenso wie eine Hochleistungsmedizin in der Region“, sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. Die Pläne aus NRW seien aber noch lange keine Blaupause für eine kluge Krankenhausplanung. Denn konkrete Informationen fehlten.

GKV-Vorstand Stoff-Ahnis sagte, Nordrhein-Westfalen zähle zu den Ländern mit überdurchschnittlich vielen Klinikbetten und hohen Behandlungszahlen. Durch die Überversorgung und Konkurrenzdruck wirtschafte nur etwa die Hälfte der 340 Häuser profitabel. Daher sei es nachvollziehbar und richtig, die Planung mit wissenschaftlichen Empfehlungen weiterzuentwickeln und den Strukturwandel anzugehen.

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