Gesamtschulen führen die Hitliste der weiterführenden Schulen an: zu Recht?

dzMeinung am Mittwoch

Viele Eltern haben ihre Kinder an weiterführenden Schulen angemeldet. Die Zahlen zeigen, dass Gesamtschulen besonders gefragt sind. Warum das so ist, erklärt Gastautor Kevin Tigges.

von Kevin Tigges

Lünen

, 11.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eltern müssen zahlreiche Entscheidungen treffen, die das Wohl des eigenen Kindes garantieren und zukunftsweisend sind. Dazu zählt auch die Wahl der richtigen weiterführenden Schule. Immerhin besteht der Anspruch, dass das Kind bestmöglich in seiner Entwicklung gefördert und gefordert wird, während es sich gleichzeitig wohlfühlen soll.

Ein Drittel der Eltern bevorzugt Gesamtschulen

In Lünen haben die Eltern nun ihre Kinder an den verschiedenen Schulen angemeldet. Die veröffentlichten Anmeldezahlen zeigen, dass die Gesamtschulen wiederholt einen regen Zulauf verzeichnen. Doch weshalb bevorzugen ein Drittel der Lüner Eltern diese Schulform? Als sowohl ehemaliger Schüler als auch Lehrer an einer Gesamtschule fallen mir einige gute Gründe dafür ein.

Gesamtschulen führen die Hitliste der weiterführenden Schulen an: zu Recht?

Gastautor Kevin Tigges. © Quiring-Lategahn

Kevin Tigges ist Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“

Betrachtet man zunächst das Bildungskonzept, so wird deutlich, dass die Gesamtschule eine Schule für alle ist: Jedes Kind kann unabhängig von seiner Empfehlung aufgenommen werden. Natürlich entstehen dadurch im Hinblick auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder heterogene Klassen. Das hat gewiss auch seine Tücken. Doch durch die Anwahl von Profilklassen, Neigungskursen sowie die Zuweisung zu Grund- und Erweiterungskursen in den Hauptfächern je nach Lernstand können die Kinder in ihrem Lernprozess bereits gezielt und individuell unterstützt werden.

Angebote fördern Talente der Kinder

Des Weiteren ist es aufgrund des Ganztagskonzepts möglich, Angebote zu schaffen, die die Talente und Interessen der Kinder stärken beziehungsweise Fördergelegenheiten eröffnen. Für Eltern ist der Ganztag insofern attraktiv, als dass sie sich weder beruflich einschränken müssen noch ihre Kinder unbetreut sind.

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Als Lehrer hat sich mein Blick auf die Gesamtschule nochmals im Hinblick auf die Zusammenarbeit im Kollegium erweitert. Lehrkräfte arbeiten in Jahrgangsteams, tauschen sich gegenseitig aus und treffen gemeinsame Absprachen. Auch die Leitung einer Klasse wird von einem Lehrerduo übernommen. Der Teamgedanke ist heutzutage in zweierlei Hinsicht enorm wichtig: Wie sonst sollen Kinder kooperatives Verhalten erlernen, wenn es die Erwachsenen nicht vorleben? Und wie sollen Lehrkräfte allein den komplexen Anforderungen begegnen, ohne daran zu scheitern?

Es lässt sich auch Kritisches finden

Sicherlich treffen viele Punkte auch auf andere Schulformen zu – und Kritisches lässt sich auch finden. Doch die angeführten Aspekte prägen mein positives Bild von der Gesamtschule. Unabhängig davon, welche Schule Ihr Kind nach den Sommerferien besucht, wünsche ich, dass sie Ihr Kind genauso begeistern und nachhaltig positiv prägen kann, wie es meiner (Gesamt-) Schule gelungen ist.

An dieser Stelle schreiben jeden Mittwoch im Wechsel unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marien Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin Tigges, Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“
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