Gesamtschule Fröndenberg: So sieht der Unterricht der Zukunft aus

dzHintergrund

Dunkle Flure, vermackte Tische, zugige Fenster? Der neue Trakt der Gesamtschule Fröndenberg hat so gar nichts von dem schäbigen Bild, das Schulen heute häufig abgeben. Er ist hypermodern.

Fröndenberg

, 29.08.2019, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Klassenräume sind am Donnerstagmorgen mit 138 neugierigen und aufgeregten Fünftklässlern gefüllt. Ihre Lehrer dürften diesmal ebenso aufgereget sein – das neue Jahrgangscluster, ein neue Trakt, an der Gesamtschule Fröndenberg wird am Einschulungstag endlich mit Leben gefüllt.

Alles wirkt hell und transparent. Denn jeder Raum in dem Trakt, ob Klassenraum oder Lehrerzimmer, hat zum Flur und den offenen Lernbereichen hin ein gläsernes Wandstück.

So ist jederzeit auch Aufsicht gewährleistet, wenn Arbeitsgruppen vor ihren Klassenräumen Unterrichtsstoff gemeinsam erarbeiten. Das gilt auch für die beiden Multifunktionsräume für Arbeit in Kleingruppen, die durch transparente Zwischentüren von den Klassenräumen getrennt sind.

Neben den fünf regulären Klassenräumen bieten diese zwei weiteren Räume auch die Möglichkeit, den Unterricht gezielt zu differenzieren. „Das Leistungsspektrum schwankt“, bringt es Schulleiter Klaus de Vries auf den Punkt.

In den Klassenräumen selbst haben Sitzgruppen die hergebrachten Sitzreihen abgelöst. Die Tische lassen sich dank ihrer Form derart zusammenstellen, dass die Schüler bei Gemeinschaftsaufgaben gut kommunizieren können.

Frontalunterricht habe weiter seine Berechtigung. „Wir brauchen aber auch kooperative Lernformen“, sagt Klaus de Vries.

„Es ist ein Cluster der offenen Türen“, beschreibt Ute Ebritzsch, Abteilungsleiterin der Jahrgänge 5 und 6, die neue Situation im Trakt. „Die Schüler sollen es erobern.“ Und so werde es nicht nur transparent, sondern auch sehr demokratisch zugehen.

Das Kollegium habe sich in den zurückliegenden Wochen Gedanken gemacht, wie die Schüler von Beginn an mitgenommen werden können. So sollen Nutzungsregeln für die einzelnen Arbeitsbereiche gemeinsam aufgestellt werden, was die Akzeptanz erhöhen dürfte.

Und es wird – wie gesagt, die GSF wird hypermodern – auch ein eigenes „Classroom-Management“ für jedes Klassenzimmer geben.

Noch sieht zwar alles transparent und hell, aber auch ein wenig nüchtern aus. Stadtarchitektin Sabine Bensmann-Wagner kündigt bereits an, dass die Möbel für Zweierarbeitsplätze für Recherchen demnächst noch geliefert und im Flur aufgebaut werden.

Großer Wunsch ist ein Sofa, um kreative Lernatmosphäre zu schaffen. Großzügige Sponsoren dürften sich gern bei der GSF melden. Klaus de Vries: „Wohlfühlen ist fürs Lernen wichtig.“