Geld aus Großbritannien verbessert Uniper-Bilanz

Der Stromkonzern Uniper setzt auf ein starkes viertes Quartal. Helfen soll dabei Geld für seine britischen Kraftwerke.

12.11.2019, 08:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien, nachdem die Europäische Kommission die staatlichen Beihilfen der britischen Regierung für Stromerzeuger doch noch genehmigt hat. Das Unternehmen erhöhte daher seine Prognose für das laufende Jahr. In den ersten neun Monaten sank das operative Ergebnis wegen des Wegfalls positiver Einmaleffekte und geringerer Produktionsmengen einzelner Kraftwerke, wie Uniper am Dienstag mitteilte.

Die EU-Kommission hatte Ende Oktober entschieden, dass der sogenannte britische Kapazitätsmarkt doch mit europäischem Recht vereinbar sei. Es geht dabei um staatliche Beihilfen für Stromproduzenten, die Kapazitäten für Stromengpässe bereithalten. An der Rechtmäßigkeit gab es zuvor Zweifel. Die EU hatte deswegen Ende vergangenen Jahres das System vorübergehend ausgesetzt. Jetzt rechnet Uniper mit hohen Rückzahlungen, die im vierten Quartal rund 150 Millionen Euro zum operativen Gewinn beitragen könnten.

Uniper macht sich zunehmend unabhängig von den schwankenden Großhandelspreisen für Strom. Dazu soll auch ein neues Gaskraftwerk beitragen, das Uniper im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers Tennet bayerischen Irsching baut. Das Kraftwerk dient nicht der allgemeinen Stromversorgung, sondern soll ab 2022 als „Sicherheitspuffer“ dienen und bei schwankender Stromerzeugung die Netzstabilität aufrechterhalten.

Neben den Nachzahlungen aus Großbritannien erwartet der MDax-Konzern auch, dass sich die positiven Entwicklungen in den Wasser- und Kernkraftwerken weiter fortsetzen. Diese hatten wegen gestiegener Strompreise und höherer Produktionsmengen im dritten Quartal positiv zum operativen Gewinn beigetragen.

Bei der Dividende sieht Uniper durch die momentan positive Entwicklung Spielraum nach oben. Bislang ist eine Ausschüttung von 390 Millionen Euro, was 1,07 Euro pro Aktie wären. Hauptnutznießer einer höheren Ausschüttung wäre der finnische Fortum-Konzern, der derzeit knapp die Hälfte der Anteile hält.

Der Versorger hatte zuletzt angekündigt, dass er weitere 20 Prozent der Uniper-Aktien erwerben will, die bisher von zwei Fonds gehalten werden. Dazu benötigen die Finnen aber die Zustimmung der russischen Aufsichtsbehörde, die die Aufstockung der Fortum-Beteiligung bisher blockiert hatte. Uniper-Finanzchef Sascha Bibert äußerte sich in einer Telefonkonferenz zurückhaltend zum Thema Fortum: „Es gibt keine Neuigkeiten, wir befinden uns weiterhin in konstruktiven Gesprächen.“

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