Gericht verpflichtet Wohnungseigentümer zu Schalldämmung

Ein Mönchengladbacher Wohnungseigentümer ist zur nachträglichen Schalldämmung seiner zu hellhörigen Wohnung verpflichtet worden. Er müsse den Schallpegel senken, befand das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag (Az.: 19 S 152/18).

27.06.2019, 12:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gericht verpflichtet Wohnungseigentümer zu Schalldämmung

Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank. Foto: Uli Deck/Archivbild

Der Eigentümer hatte aus seiner Wohnung den Teppich entfernen und Fliesen legen lassen. Danach lag der Trittschall in der Wohnung darunter über der zulässigen Norm von 53 Dezibel. Wie sich herausstellte, fehlt in dem nachträglich ausgebauten Dachgeschoss die Trittschalldämmung.

Der Eigentümer der tieferliegenden Wohnung klagte und pochte auf Abhilfe. Doch der Eigentümer der hellhörigen Wohnung sah sich keiner Schuld bewusst und wollte die Eigentümergemeinschaft in Haftung nehmen: Er habe von dem Mangel nichts gewusst, als er die Wohnung gekauft habe.

Wie er den Lärm aus seiner Wohnung dämpft, überließ das Gericht dem Eigentümer: Möglicherweise reiche es, einen schallschluckenden Teppich über die Fliesen zu legen. Das nachträgliche Einfügen der Trittschalldämmung würde einen fünfstelligen Betrag verschlingen, denn dafür müssten Fliesen und Estrich herausgenommen werden.

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass Wohnungseigentümer auf Nachbarn Rücksicht nehmen müssen und auf ausreichenden Schallschutz zu achten haben.

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