Gemeinde in Cappenberg feiert vor zweijähriger Schließung der Stiftskirche

dzStiftskirche

Noch wenige Tage, dann schließt die Stiftskirche für zwei Jahre. Das geschichtsträchtige Gotteshaus wird umfangreich renoviert. Bevor es losgeht, feiert die Gemeinde am Sonntag, 19. Januar.

Cappenberg

, 17.01.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war eine 180-Grad-Wende, was Gottfried von Cappenberg da vor fast 900 Jahren gemacht hat. Der mächtige Edelmann hat Ämtern und Vermögen entsagt, hat seinen gesamten Besitz gespendet, hat seine Ehefrau verlassen und ist Ordensmann geworden. Seine Burg wurde Kloster. Und daneben ließ er eine Kirche bauen: die Stiftskirche Cappenberg.

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An diesen Gottfried erinnert die Kirchengemeinde St. Johannes Cappenberg jedes Jahr während ihres Neujahrsempfangs: dem Gottfriedfest. In diesem Jahr feiert sie es besonders festlich: mit einer ganzen Gottfriedwoche, deren Höhepunkt am Sonntag, 19. Januar, sein wird.

Letzter Gottesdienst vor der Sanierung

„Es wird dies wohl der letzte große Festgottesdienst sein vor Beginn der bis Ende 2021 dauernden Sanierungsarbeiten“, sagt Pater Gregor Pahl, Pfarrer der zweitkleinsten Kirchengemeinde des Bistums Münster. Die Festpredigt in diesem Gottesdienst, der um 10 Uhr beginnt, hält Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, der Weihbischof des Bistums.

Nach der Messe sind alle dazu eingeladen, dorthin zu gehen, wo die Kirchengemeinde künftig nicht nur Versammlungen abhält, sondern auch Gottesdienste feiern wird: um Pfarrheim Bischof-Viete-Haus, Buschkamp 11. „Dort wird auch ein Imbiss gereicht“, sagt Pater Gregor Pahl.

Konzert mit Jahreszeitenquintett und Chor Tonwerk

Am Sonntagabend wird in der Kirche, die nicht nur als Gebetsraum dient, sondern auch als Ausstellungsraum und Konzertsaal, zum letzten Mal vor Ende der Sanierung vielstimmiger Instrumentenklang zu hören sein. Um 17 Uhr musizieren der Chor „Tonwerk“ aus Lünen und die Blechbläser des Jahreszeitenquintetts unter Leitung von Reinhard Schnarr. Der Eintritt ist frei.

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Weihbischof Zekorn wird am Mittwoch, 22. Januar, ein weiteres Mal in Cappenberg zu Gast sein und einen Gottesdienst dort feiern, der um 18.30 Uhr beginnt: der Abschluss seiner sogenannten Visitation, einer Art Kontrollbesuch, im Dekanat Werne, zu dem neben Cappenberg auch die katholischen Gemeinden in Werne, Selm und Lünen gehören.

Schimmelbefall und belastetes Chorgestühl

Gottfried von Cappenberg ist nicht nur in mehreren Kunstwerken in der Stiftskirche verewigt. Auch ein Teil seiner Gebeine ist dort beigesetzt. Am Samstag, 17. Januar, erinnert sich die Gemeinde ab 15.30 Uhr während einer lateinische Vesper mit Reliquienprozession. Um 18 Uhr folgt die Vorabendmesse.

Handwerker und Restauratoren wollen die romanische Kirche in den nächsten 23 Monaten vom Schimmel befreien. Außerdem widmen sie sich dem von giftigem Holzschutzmittel belastetem Chorgestühl. Zum Jubiläumsjahr 2022 - dann jährt sich Gottfrieds 180-Grad-Wende zum 900. Mal - soll alles fertig sein.

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