Gemeinde baut Pfarrsaal ins Kirchenschiff: Madonna und Schutzpatrone ziehen um

dzKirche St. Ludger

Von außen sieht man es der Kirche St. Ludger kaum an, doch innen gibt es Veränderungen. Ein Pfarrsaal entsteht im hinteren Kirchenschiff. Madonna und Schutzpatrone müssen umziehen.

Alstedde

, 15.01.2019, 12:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eher nach Baustelle als nach sakralem Raum sieht es im Inneren von St. Ludger in Alstedde aus. Auffällig ist die eingezogene Zwischendecke. Sie unterteilt im hinteren Bereich die zehn Meter hohe Kirche auf vier Meter. Hier soll künftig der neue Pfarrsaal entstehen. Die Decke dient der Wärmedämmung, aber auch dem Schallschutz. Die schöne Optik des großen Kirchenfensters ist dadurch zwar unterbrochen, doch vom Altarraum bleibt der Blick erhalten.

Vorzeige-Projekt im Bistum Münster

Einzigartig weit und breit ist das Bauprojekt der zur katholischen Großgemeinde St. Marien gehörenden Kirche. Auch aus Sicht des Bistums Münster. Das beteiligt sich an den Kosten. „Die Arbeiten zeigen, was man aus einer Kirchen machen kann“, erklärt Verwaltungsreferentin Bea Galler.

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Umbau in St. Ludger gilt als Vorzeigeprojekt

In der Kirche St. Ludger in Lünen-Alstedde wird gebaut. Dort entsteht ein Pfarrsaal im hinteren Kirchenschiff. Das gilt als beispielhaft im Bistum Münster.
15.01.2019
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Gut verpackt sind die Kirchenbänke während der Bauarbeiten.© Magdalene Quiring-Lategahn
Das Taufbecken zieht aus der ehemaligen Taufkapelle in den Altarraum, weil hier die neue Teeküche eingerichtet werden soll. © Magdalene Quiring-Lategahn
Die seitliche Kirchenwand ist für raumhohe Fenster und eine Tür in den neuen Pfarrsaal durchbrochen worden, wie Bernd Honermann (v.l.), Kirchenvorstand St. Marien, Verwaltungsreferentin Bea Galler und Werner Künne, Küster und Hausmeister, zeigen.© Magdalene Quiring-Lategahn
Die vordere Eingangstür wird künftig durch ein Glasfenster ersetzt.© Magdalene Quiring-Lategahn
Als Mosaikkirche gilt St. Ludger: Prägend ist das Christus-Mosaik im Altarraum.© Magdalene Quiring-Lategahn
In den Deckel des Taufbeckens ist ebenfalls ein Mosaik eingearbeitet. Das Taufbecken wird künftig im Altarraum stehen.© Magdalene Quiring-Lategahn
Der Heilige Ludger ist der Kirchenpatron. Das Mosaikbild wird künftig im Altarraum hängen.© Magdalene Quiring-Lategahn
Ebenfalls als Mosaikbild ist der Heilige Georg, der Schutzpatron der Landwirte, gestaltet. Auch dieses Bild hängt künftig im Altarraum.© Magdalene Quiring-Lategahn
Auch die aus Holz gearbeitete Schutzmantelmadonna zieht um: Sie bekommt eine neue Kapelle, die gleichzeitig Eingangsbereich wird.© Magdalene Quiring-Lategahn
Die Schutzmantelmadonna ist zurzeit noch eingelagert.© Magdalene Quiring-Lategahn
Die eingezogene Zwischendecke zeigt, wo der neue Pfarrsaal entstehen wird. Die Optik des Kirchenfensters wird dadurch unterbrochen, bleibt aber erhalten.© Magdalene Quiring-Lategahn

Den Stein ins Rollen brachte der sanierungsbedürftige Pfarrsaal an der Waldhöhe. Es lohnte sich aus Sicht der Gemeinde mit 2300 Mitgliedern nicht mehr, dort zu investieren. Sie verkaufte das Gebäude an den Bauverein und nutzte den Erlös für eine neue Investition: Den Pfarrsaal in der 1956 errichteten Kirche, die inzwischen zu groß geworden ist.

Schiebetür eröffnet Möglichkeit der Öffnung

Trotz des neuen Pfarrsaals sollen dort noch 100 Gottesdienstbesucher Platz finden. Eine Schiebetür eröffnet die Möglichkeit, zu besonderen Festlichkeiten auch den Pfarrsaal mit seinen 120 Plätzen einzubeziehen. Momentan werden Leitungen für die Elektrik und die Sanitäranlagen verlegt. Ein separater Eingang ist für den sakralen Bereich vorgesehen. An der Seite ist die Wand für raumhohe Fenster und eine Tür in den neuen Pfarrsaal durchbrochen worden.

Heilige sind zurzeit gut verpackt

Als Mosaikkirche wird St. Ludger auch bezeichnet. Prägend ist das große Christus-Mosaik im Altarraum. Dort werden künftig auch Mosaikbilder des Kirchenpatrons St. Ludger und des Heiligen Georgs, Schutzpatron der Landwirte, hängen. Die sind momentan noch gut geschützt gegen Staub und Dreck. Sie mussten ihre Kapelle verlassen, in die die aus Holz gearbeitete Schutzmantelmadonna einziehen wird. Dieser Bereich wird künftig die Marienkapelle mit einem separaten Eingang, der auch werktags geöffnet bleibt. Hier können Gläubige Kerzen anzünden und beten.

Umziehen wird auch das mit einem Mosaik-Eichendeckel verzierte Taufbecken: aus der mit Mosaiken geschmückten Taufkapelle in den Altarraum. Aus der Taufkapelle wird künftig die 35 Quadratmeter große Teeküche. Barrierefreie Sanitäranlagen entstehen im ehemaligen Windfang. Von dort aus führt eine neue Treppe in den Turm.

Baukosten von 750.000 Euro

750.000 Euro sind für die Umbauarbeiten vorgesehen. Die Gemeinde finanziert die Ausstattung von Küche und Mobiliar für den Pfarrsaal. Ostern, so ist der Zeitplan, will man Einweihung feiern. Dann bekommt die Gemeinde endlich wieder einen festen Saal: Bisher konnte sie bei der AWO, im Paul-Gerhardt-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Lünen und dann wieder in ihrem alten Pfarrsaal an der Waldhöhe unterkommen. „Der neue wird schöner“, ist Bernd Honermann vom Kirchenvorstand St. Marien überzeugt.

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