Geldwäschering in Paris mit Verbindung nach Deutschland

Ein Prozess gegen einen internationalen Geldwäschering mit Verbindungen nach Deutschland hat am Dienstag in Paris begonnen. Unter den 15 Angeklagten sind auch Beschuldigte aus Nordrhein-Westfalen. Die Bande soll Gewinne aus Drogenverkäufen gewaschen haben und vom Libanon aus gesteuert worden sein.

13.11.2018, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zunächst hatte das Recherchenetzwerk von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ über die Ermittlungen berichtet. Demnach hat die Bande zu Spitzenzeiten rund eine Million Euro pro Woche umgesetzt. Deutschland soll dabei als Drehscheibe fungiert haben.

Bundespolizisten hatten 2015 bei Kontrollen an der deutsch-belgischen Grenze nahe Aachen bei zwei Männern knapp 490 000 Bargeld in kleiner Stückelung gefunden, wie die Staatsanwaltschaft Aachen am Dienstag mitteilte. Das Geld war in Sporttaschen verstaut, „so dass sich relativ schnell der Verdacht der Geldwäsche ergab. Und es wurde hier bei der Staatsanwaltschaft Aachen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte Behördensprecher Jost Schützeberg der Deutschen Presse-Agentur.

Die französischen Ermittler, die an den beiden Geldkurieren ebenfalls dran waren, teilten den Aachenern ihre Erkenntnisse mit. Demnach sollen die beiden Kuriere zu der Gruppe gehören, die jetzt in Paris angeklagt ist. Deren Mitglieder sollen mit Plastiktüten voller Geld bei Juwelieren in Deutschland aufgetaucht und hochwertigen Schmuck gekauft haben. Der Schmuck soll dann in Drittländern verkauft worden sein, um mit dem gewaschenen Geld neue Drogengeschäfte zu finanzieren.

Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt nach eigenen Angaben auch gegen die Juweliere wegen des Verdachts der leichtfertigen Geldwäsche. Der Prozess in Frankreich geht noch bis zum 30. November. Zum Prozessauftag waren nicht alle Angeklagten anwesend.

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