Geldtransport-Firma Ziemann: Kartellamt untersagt Übernahme

Das Bundeskartellamt hat einen Zusammenschluss der Nummer zwei und drei auf dem Markt für Geldtransporte und andere Bargelddienstleistungen untersagt. Die schwedische Loomis-Gruppe darf den Konkurrenten Ziemann aus Schallstadt im Schwarzwald nicht übernehmen, teilten die Wettbewerbshüter am Mittwoch mit. Neben dem Transport von Münz- und Papiergeld bieten die beiden Firmen auch das Befüllen und Warten von Geldautomaten an.

18.12.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Zusammenschluss „hätte zu einer erheblichen Behinderung des Wettbewerbs auf mehreren sehr konzentrierten Regionalmärkten für Bargelddienstleistungen geführt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. In den betroffenen Städten in NRW, Bremen und Rheinland-Pfalz wären „mit Loomis/Ziemann und dem deutschlandweiten Marktführer Prosegur im Wesentlichen nur noch zwei Unternehmen tätig gewesen“.

Loomis war erst im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt aktiv geworden und hatte die Geldtransportsparte der Essener Sicherheitsfirma Kötter gekauft. Durch die Übernahme von Ziemann hätte Loomis zusammen mit Prosegur in mehreren Regionen rund 80 Prozent der Marktanteile erreicht. Die beiden Marktführer hätten dadurch die Möglichkeit bekommen, Preise zu erhöhen oder etwa den Service zu verschlechtern, ohne dass den Kunden noch eine nennenswerte Ausweichalternative zur Verfügung stünde, bemängelte das Kartellamt.

Ziemann erklärte, von der Entscheidung des Kartellamts seien keine Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter zu erwarten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 2700 Mitarbeiter.

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