Gefängnisse kontrollieren erstmals Fingerabdrücke

Die Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen sollen künftig verpflichtend bei der Aufnahme von neuen Häftlingen die Fingerabdrücke nehmen und mit bestehenden Datenbanken abgleichen. Hintergrund ist die Verwechslung eines Mannes, der unschuldig inhaftiert wurde und im September 2018 bei einem Brand in der JVA Kleve starb. Die Erhebung von Fingerabdrücken wird laut Justizministerium zurzeit in den Gefängnissen Bielefeld-Brackwede, Essen und Moers-Kapellen getestet. Das Verfahren soll bis Jahresende landesweit eingeführt werden, so das Ministerium in einem Bericht an den Rechtsausschuss.

04.11.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gefängnisse kontrollieren erstmals Fingerabdrücke

Die Justizvollzugsanstalt Kleve. Foto: Manuel Funda/dpa/Archivbild

Wie das Ministerium erläutert, werden die Fingerabdrücke zunächst mit einer justizinternen Datenbank abgeglichen. Stimmen die Abdrücke nicht überein, werden sie an Landes- und Bundeskriminalamt weiter geleitet. Ist den Fingerabdrücken dort ein anderer Name zugeordnet als dem neuen Häftling, wird die Justizvollzugsanstalt informiert. „Damit werden die Anstalten erstmals in die Lage versetzt, eigenständige Identitätsprüfungen durchzuführen“, heißt es in dem Bericht an den Rechtsausschuss.

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