Gefährlichen Abfall als „Petrolkoks“ verbrannt - Diese 20 Städte in NRW sind betroffen

Raffinerie-Rückstände

Raffinerie-Rückstände von Shell, die jetzt als gefährlicher Abfall gelten, sind Jahre lang als „Petrolkoks“ in 20 Städten in NRW verbrannt worden. Welche das sind, hat das Land veröffentlicht.

NRW

07.01.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gefährlichen Abfall als „Petrolkoks“ verbrannt - Diese 20 Städte in NRW sind betroffen

Die Shell-Raffinerie in Wesseling. © picture alliance / dpa

In Nordrhein-Westfalen sind jahrelang Raffinerie-Rückstände aus der Produktion des Mineralölkonzerns Shell in Kraftwerken und anderen Industrieanlagen als sogenannter Petrolkoks eingesetzt worden.

Seit 1998 wurden Rückstände aus der Schwerölvergasung der Shell Rheinland Raffinerie als Regelbrennstoff „Petrolkoks“ eingesetzt. Diese Einstufung des Rückstands durch Shell hatte auch die zuständige Aufsichtsbehörde, die Bezirksregierung Köln akzeptiert. Aufgrund des hohen Anteils von Nickelsulfit hätte dieser „Petrolkoks“ jedoch als gefährlicher Abfall eingestuft werden müssen.

Nach einer Antwort von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf eine Kleine Anfrage der SPD kam der Stoff in 20 NRW-Städten zum Einsatz.

Diese Städte sind betroffen:

  • Herne
  • Lünen
  • Köln-Niehl
  • Castrop-Rauxel
  • Rheinberg-Orsoy
  • Eschweiler-Weisweiler
  • Bottrop
  • Rietberg
  • Moers
  • Marl
  • Dülmen
  • Petershagen
  • Duisburg
  • Troisdorf
  • Gelsenkirchen
  • Duisburg
  • Krefeld
  • Ratingen
  • Essen
  • Dinslaken

Im Juli hatte Heinen-Esser mitgeteilt, dass „derzeit keine Rückstände aus der Schwerölvergasung der Rheinland Raffinerie mehr in Kraftwerken in NRW verbrannt“ werden.

Shell hatte damals erklärt, den bei der Gasproduktion anfallenden Ruß nach der Neubewertung durch die Aufsichtsbehörden „ausschließlich als Abfall“ zu behandeln.

Kritik: Grenzwerte werden nur alle drei Jahre überprüft

Der SPD-Abgeordnete Michael Hübner, der zusammen mit einem Fraktionskollegen die Anfrage gestellt hatte, nannte die Zahl von 20 betroffenen Kommunen am Montag „erschreckend hoch“. Er kritisierte zudem, dass die Einhaltung der Schwermetall-Grenzwerte nur alle drei Jahre überprüft werde. Ein solcher Prüfintervall sei viel zu lang.

Die Behörden waren auf das Thema Petrolkoks früheren Angaben des Umweltministeriums zufolge bei Nachforschungen zur Beseitigung von Ölpellets aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven gestoßen.

kar/dpa

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