Gedenken am Ehrenmal Brambauer: Aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

Volkstrauertag

Mit einer Kranzniederlegung wurde am Ehrenmal in Brambauer am Volkstrauertag der Kriegstoten und Opfer von Gewalt gedacht. Nur wenige Teilnehmer aus der Bevölkerung waren gekommen.

Brambauer

, 18.11.2018, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gedenken am Ehrenmal Brambauer: Aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

Jörg Schriegel (l.) Ralf Winekenstädde vom Schützenverein Brambauer übernahmen an Volkstrauertag die Kranzniederlegung am Brambauer Ehrenmal. © Michael Blandowski

Nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung schaffen einen dauerhaften Frieden in Europa und der Welt, erklärte der Vorsitzende der Gemeinschaft Brambauer Vereine (GBV), Martin Fleischmann, bei der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Brambauer. Am Ehrenmal hatten sich neben Mitgliedern aus Vereinen nur wenige Teilnehmer aus der Bevölkerung versammelt, um an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft und Gewaltbereitschaft zu erinnern.

Gedenken am Ehrenmal Brambauer: Aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

Nur ein kleiner Kreis an Besuchern aus der Bevölkerung nahm am Volkstrauertag an der Gedenkfeier am Brambauer Ehrenmal teil © Michael Blandowski

„An dieser Stelle, unserem Ehrenmal mit den Namenstafeln der Gefallenen und Opfern des Ersten Weltkrieges, sollen sie nicht vergessen werden. Es sind viele Familiennamen, deren Kinder und Enkel auch noch heute in Brambauer leben“, sagte Martin Fleischmann. Die Bedrohung durch Terrorismus, Gewalt gegen Schwächere und Migranten, wieder aufkeimender Antisemitismus in Deutschland und Nationalismus in Europa geben erheblichen Anlass zur Sorge, so Fleischmann. Es scheine so, als hätte der Mensch nicht aus seiner Vergangenheit gelernt und Gewalt wäre ein normaler Bestandteil unseres Leben geworden.

Sinne für Gegenwart und Zukunft sensibilisieren

Der Volkstrauertag biete die Möglichkeit, über die Vergangenheit nachzudenken und die Sinne für die Gegenwart und Zukunft zu sensibilisieren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges sei die Chance auf einen Neubeginn genutzt worden, „um eine stabile demokratische Grundordnung aufzubauen und uns in Europa fest zu verankern. So lange wie nie zuvor, dürfen wir in Frieden und Freiheit leben“, erklärte Martin Fleischmann.

Anschließend legten Jörg Schriegel und Ralf Winekenstädde vom Schützenverein Brambauer einen Kranz nieder.

Erinnerung an Opfer von Gewalt und Krieg

Gerd Oldenburg, Presbyter und Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Brambauer, erinnerte beim Totengedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

„Ich finde, an unserer Volkstrauertagveranstaltung hätten durchaus mehr Bürgerinnen und Bürger teilnehmen dürfen. Ziehe ich die Zahl der mitwirkenden Gäste ab, bleibt nur eine geringe Personenzahl übrig“, merkte Besucher Klaus Stallmann kritisch an.

Kurzfristig passen musste der Kirchenchor der neuapostolischen Gemeinde Brambauer, der ursprünglich für die musikalische Umrahmung vorgesehen war.

Fackelträger standen Spalier

Dabei waren Abordnungen der Feuerwehr, welche während der Kranzniederlegung mit einer Fackel Spalier standen. Begleitet wurde die Veranstaltung von Fahnenträgern des Knappenvereins, des Schlesiervereins, der Handwerker sowie der Schützenvereine aus Brambauer und Elmenhorst. Für Musik sorgte wie in den Jahren zuvor das Schützenmusikcorps Brambauer.

In Lünen fanden am Sonntag zum Volkstrauertag zahlreiche Veranstaltungen statt. Unserer Berichterstattung aus Brambauer steht stellvertretend für alle anderen.
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