Geburtenknick in Lünen: Warum 2018 deutlich weniger Kinder zur Welt kamen

dzZahlen aus dem Standesamt

Erstmals seit sechs Jahren ist in Lünen die Geburtenzahl gesunken - sogar beträchtlich. Der Chefarzt der Lüner Frauenklinik hat eine Erklärung dafür.

Lünen

, 30.12.2018 / Lesedauer: 3 min

784 Babys, 88 weniger als im vergangenen Jahr, kamen 2018 auf die Welt. Die Zahl des Standesamtes dokumentiert den Stichtag 18. Dezember. Dass bis zum Jahresende die Geburtenzahl aus dem vergangenen Jahr mit 872 noch erreicht wird, scheint allerdings unwahrscheinlich.

In der Frauenklinik des St.-Marien-Hospitals erblickten 786 Kinder (Stand 21.12.) das Licht der Welt. „Über 800 werden wir wohl noch kommen“, ist Chefarzt Dr. Doant Romann sicher. Doch die Zahl von 882 im vergangenen Jahr ist nicht mehr zu schaffen.

Grippewelle und Quarantäne haben Schwangere verunsichert

Warum es einen Knick in der Geburtenstatistik gibt, dafür hat Romann eine Erklärung: Als Anfang 2018 die Grippewelle grassierte, habe es im Klinikum Quarantäne mit Mundschutz gegeben. Schwangere seien verunsichert gewesen und hätten in anderen Krankenhäusern entbunden. Das wirkte sich auf die Geburtenzahlen im Klinikum aus. Sollte 2019 wieder die Grippe kommen, wolle die Klinik zwar Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, doch werdende Mütter könnten natürlich trotzdem kommen.

Leichteste Baby kam mit 850 Gramm auf die Welt

Das schwerste Baby kam im Klinikum mit 4780 Gramm auf die Welt. Das leichteste wurde als Notfrühgeburt mit 850 Gramm in der 26. Schwangerschaftswoche geboren. „Wir sind auf einen solchen Fall optimal vorbereitet, aber es ist nicht unsere primäre Aufgabe“, sagt der Chefarzt. Das Frühchen wurde nach der Erstversorgung in Lünen in die Kinderklinik Datteln gebracht. „Es geht ihm sehr gut“, freut sich Romann. Dass Babys verlegt werden müssen, kommt selten vor. Die Zahl lag in diesem Jahr bei 1 Prozent (8 Kinder). „Das zeigt, wie gut wir mit den Notfallmedizinern der Anästhesie und den niedergelassenen Kollegen darauf eingestellt sind.“

Pläne für eine Kaisergeburt

In der Frauenklinik wird derzeit überlegt, eine sogenannte Kaisergeburt anzubieten. 30 Prozent der Babys werden per Schnitt geboren. Bei der Kaisergeburt könnten Eltern im entscheidenden Moment sehen, wie ihr Kind geboren wird. Bisher ist dieser Vorgang hinter Tüchern verdeckt.

Mia, Leon und Noah beliebteste Vornamen

Während Mia die Hitliste der Vornamen anführt, folgt Lea auf Platz 2. Den dritten Platz teilen sich Ella, Lena und Mila. Bei den Jungen liegen Leon und Noah gleichauf auf Platz 1. Ben, Finn Jan, Maxim, Nico und Paul folgen gemeinsam auf Platz 2. Außergewöhnliche Namen hat das Standesamt nicht verzeichnet: „Da waren Lüner Eltern in diesem Jahr eher konservativ“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Die Jungen (396) haben in der Statistik des Standesamtes Lünen einen leichten Vorsprung vor den Mädchen (388).

Lünen im Hochzeitsfieber

Viele Sektkorken haben 2018 in Lünen geknallt. Mit 467 Eheschließungen, inklusive der bis zum Jahresende angemeldeten, haben sich außergewöhnlich viele Paare das Ja-Wort gegeben. Für den schönsten Tag des Lebens wählen sie gerne besondere Trauorte wie das Museum oder die Schlossmühle Lippholthausen. Doch auch das Rathaus mit dem Blick über Lünen aus der 14. Etage ist beliebt. Am letzten Tag im Jahr 2018 wollen sich dort noch fünf Paare ewige Treue versprechen.

Einwohnerzahl leicht gesunken

Zum 19. Dezember zählte Lünen 88.371 Bürger, im vergangen Jahr waren es zum 31. Dezember 88.419. Vor fünf Jahren lebten 86.546 in der Stadt. 3793 Menschen sind 2018 nach Lünen gezogen, 3787 haben die Stadt verlassen.

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