Garagen dürfen nicht als Abstellraum genutzt werden

dzBußgelder

Ist der Keller voll, verwandeln sich Garagen gerne in Abstellflächen für Fahrräder, Grill oder sogar Sperrmüll. Das kann allerdings teure Konsequenzen nach sich ziehen.

von Julian Reimann

Werne

, 14.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Im Normalfall ist in einer Garage, wenn das Auto bereits drin steht, noch bequem Platz für andere Dinge. Klassiker sind dabei in der Regel die gestapelten Sommer- oder Winterreifen sowie Kisten, Schränke oder Regale mit Werkzeug und Autozubehör. Auch Fahrräder stellen die Besitzer an den Rand oder hängen sie an die Wand.

Hat sich die Garage erst einmal in einen bequemen Stauraum verwandelt, kommen nicht selten weitere Gegenstände bis hin zum Sperrmüll dazu. Das Auto bleibt dann einfach an der Straße stehen. Warum nicht die Garage als weitere Abstellmöglichkeit nutzen, wenn vor dem Haus genug Platz fürs Fahrzeug vorhanden sind? So einfach darf man es sich allerdings nicht machen.

Autos müssen immer in Garagen Platz finden

„Generell muss noch so viel Platz sein, dass ein Fahrzeug in die Garage passt“, erklärt Raimund Fischer vom Bauordnungsdezernat der Stadt Werne auf Anfrage der Redaktion. Sei dies der Fall, gelten Regeln, was in der Garage abgestellt werden darf und was nicht. „Natürlich dürfen keine gefährlichen Dinge, wie leicht explodierende oder brennbare Gegenstände, gelagert werden.“

Wenn das Ordnungsamt von einem solchen Fall erfährt, erfolgt eine Aufforderung, die jeweiligen Gegenstände zu entfernen. „Die Entsorgung ist für uns das Wichtigste, da ein Bußgeld das Problem an sich nicht behebt,“ so Fischer.

Zusätzlich verlange die Stadt dennoch ein Bußgeld, das unterschiedlich hoch ausfallen könne, meistens aber zwischen 100 und 200 Euro liege. „In Werne haben wir solche Fälle aber wirklich äußerst selten.“

Parkende Autos als Hindernis für Rettungswagen

Anders verhält es sich im Rheinland: Die Stadt Niederkassel bei Bonn hatte vor einigen Wochen für Empörung bei der ortsansässigen Bürgerschaft gesorgt. Man wolle vollgestellte Garagen, in denen kein Platz für das Auto mehr vorhanden ist, grundsätzlich nicht mehr dulden. Die Begründung: Wenn die Fahrzeuge auf der Straße anstatt in den Garagen abgestellt werden, wäre im Notfall der Rettungsweg für Feuerwehr oder Krankenwagen erschwert.

In der Folge ging das Ordnungsamt Hinweisen auf zugeparkte Straßen nach und verhängte Bußgelder von bis zu 500 Euro. Vor allem in den sozialen Netzwerken erntete die Stadt dafür viel Kritik. Die Bürger befürchteten ein gegenseitiges Anschwärzen, falls die Garagen nicht ordnungsgemäß frei geräumt seien.

Falsche Garagennutzung bleibt oft unentdeckt

Die Frage, ob ein Fahrzeug auf der Straße stehen dürfe oder Rettungswege behindere, sei jedoch keine Angelegenheit der Bauordnung und führe nicht grundsätzlich zu einer Überprüfung der Garagen, erklärt Fischer die Situation für Werne. „Bei Verkehrsbehinderungen werden Ordnungsamt und Verkehrsüberwachung kontaktiert.“ Würden die feststellen, dass ein Auto aufgrund einer überfüllten Garage auf der Straße steht, könne ein Bußgeld verhangen werden.

„In der Regel erfahren wir allerdings nicht, ob eine Garage falsch genutzt wird“, merkt Fischer an. Schließlich würden Nachbarn nicht gegenseitig die Garagen besuchen, kontrollieren und im Zweifelsfall dem Ordnungsamt Bescheid geben. „Damit wir kontaktiert werden oder eingreifen müssen, muss eine auffällige Falschnutzung vorliegen, meistens dann mit gefährlichen Gegenständen wie Gasflaschen.“

Um sich Ärger sowie ein eventuelles Bußgeld von vornherein zu ersparen, sollten Garagenbesitzer sich jedoch an die „zweckmäßige Nutzung“ halten. Das heißt: Beispielsweise Autoreifen oder Werkzeug dürfen in der Garage Platz finden. Selbstverständlich neben dem Auto. Das hat in jedem Fall Vorrang, denn genau dafür ist die Garage schließlich da.

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