Die Wasserstände in der Ruhr und den Talsperren sind so niedrig wie lange nicht. Aber die Trinkwasserversorgung ist längst noch nicht gefährdet.

Schwerte

, 08.11.2018, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Niedriger Wasserstand in der Ruhr, sinkender Füllstand in den Talsperren: Es regnet nach wie vor nicht, und dennoch ist die Trinkwasserversorgung in Schwerte nicht gefährdet. Tanja Vock, Sprecherin der Wasserwerke Westfalen: „Wir gehen fest davon aus, dass es bis zum Frühjahr noch genug regnen wird, deshalb machen wir uns ums Trinkwasser überhaupt keine Sorgen.“ Nach dem Winter sei außerdem damit zu rechnen, dass Schneeschmelze die Talsperren und Flüsse wieder auffülle.

Ruhrverband hält täglich 164.000 Liter Wasser zurück

Derzeit allerdings sind etliche Talsperren des Ruhrverbandes nicht einmal mehr zu knapp 50 Prozent gefüllt. Die Möhnetalsperre habe nur noch 37 Prozent, der Hennesee nur noch 35 Prozent der möglichen Wassermenge, hieß es Anfang der Woche beim Ruhrverband. Beim Landesumweltministerium hat der Ruhrverband deshalb beantragt, vorübergehend die im Ruhrverbandsgesetz von 1990 geregelten Mindestabflüsse, unter anderem am Ruhrpegel Villigst, zu senken.

Engpässe bei Tankstellen in Schwerte?

Noch gibt es genügend Benzin und Diesel an den Schwerter Tankstellen. Das zumindest ist der Stand am Donnerstagmittag gewesen. Einzige Ausnahme bisher: Martin Matschullies hatte seine Star-Tankstelle an der Reichshofstraße in Westhofen am Dienstag schon um 18 Uhr schließen müssen. Diesel war aus. Am Donnerstag sei er allerdings wieder beliefert worden.
Dem Antrag wurde stattgegeben, und jetzt kann der Ruhrverband täglich 164.000 Kubikmeter Wasser pro Tag sparen und in den Talsperren halten. Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr in Villigst bereits seit Juli 2018, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, an drei Viertel aller Tage trockengefallen, heißt es in einer Erklärung des Ruhrverbandes.

Was jetzt noch aus den Talsperren in die Ruhr fließt, reiche für die Trinkwasserversorgung aber völlig aus, bekräftigt Tanja Vock – und zwar für geraume Zeit.

Kanuten gehen jetzt in die Winterpause

Auch die Kanuten kommen mit dem Wasserstand noch klar. Klaus Volke vom Kanu- und Surfverein in Schwerte berichtet auf Anfrage, dass der Wasserstand der Ruhr derzeit noch so gerade ausreiche zum Kanufahren: „Wir haben wenig Wasser und sind ja eh nicht verwöhnt mit starker Strömung, aber es geht noch.“ Außerdem habe inzwischen die Zeit des Wintertrainings begonnen, bei dem sich die Kanuten in der Sporthalle fit halten.

Und gemeinsam mit den Wasserwerken setzen auch die Kanusportler darauf, dass der Winter die lange Dürre auf natürliche Art beenden wird.

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