Für Marianne und Bernhard Strauch begann die große Liebe am Arbeitsplatz

Diamantene Hochzeit

Sechs Jahrzehnte gemeinsam alle Höhen und Tiefen gemeistert - das haben Marianne und Bernhard Strauch. Am Freitag (9.8.) feiert das engagierte Paar aus Nordlünen seine Diamantene Hochzeit.

Nordlünen

, 09.08.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für Marianne und Bernhard Strauch begann die große Liebe am Arbeitsplatz

Das Hochzeitsbild mit den Mitgliedern der Mädchengruppe und ihren Männern sowie den Blumenkindern schmückt die Einladung zur Diamantenen Hochzeit. © Strauch

Alles begann bei der Firma Backhove in Lünen. Dort arbeitete Bernhard Strauch, der mit seiner Familie als Elfjähriger aus dem oberschlesischen Rymnik nach Werla und dann nach Lünen kam. Marianne Althoff aus Lünen-Süd kümmerte sich erst für ihren Arbeitgeber, einen Steuerberater, um die Buchhaltung dort. „1955 hat man mich dann abgeworben, für Büro und Laden“, so die heute 82-Jährige.

Am Arbeitsplatz hat es gefunkt. Doch Bernhard Strauch (heute 84) musste einiges dafür tun, seine Marianne zu erobern. „Ich bin mit dem Fahrrad dem Bus hinterhergefahren, in den sie abends stieg, um zu sehen, wo sie wohnt“, erinnert sich Bernhard Strauch.

Als Pfadfinderin hatte sie keine Angst vor Spinnen

Und seine Frau weiß noch, dass die Kollegen mithalfen, ihr auf den Schreibtisch Spinnen setzten, damit sie Hilfe bei Bernhard Strauch sucht. „Aber ich war eine echte Pfadfinderin und hatte davor keine Angst.“

Strauchs Hartnäckigkeit hatte Erfolg - am 9. August 1959 gaben sich die Beiden in der Kirche Heilige Familie in Lünen-Süd das Ja-Wort. Mit einer rekordverdächtigen Anzahl an Brautführern. Denn alle Mitglieder ihrer seit 1952 (bis heute) existierenden Mädchengruppe wollten dieses Ehrenamt zusammen mit ihren Freunden oder Ehemännern.

Für Marianne und Bernhard Strauch begann die große Liebe am Arbeitsplatz

Marianne und Bernhard Strauch haben am 9. August Diamantene Hochzeit. Gefeiert wird mit Familie und Weggefährten etwas später. © Beate Rottgardt

Das junge Ehepaar wohnte zunächst in der Wohnung von Marianne Strauchs Eltern an der Beethovenstraße. Dann kamen 1960 Tochter Marietta, die vor wenigen Jahren plötzlich und unerwartet gestorben ist, und 1962 Sohn Michael zur Welt. Die Familie zog in die Kleine Bebelstraße und dann in die Geist. Heute lebt das Ehepaar in Nordlünen.

Bernhard Strauch wechselte zur Wohnungsbaugenossenschaft, wo er 41 Jahre lang tätig war. Später auch als nebenamtlicher Vorstand. Da gab seine Frau ihr Amt im Aufsichtsrat der WBG auf.

Seit 50 Jahren kümmert sie sich beim Caritasverband um Menschen, die in Lünen eine neue Heimat finden wollen. „Hans Krämer, der erste Caritas-Geschäftsführer, hat mich erst als Honorarkraft eingestellt, später hatte ich eine halbe Stelle und jetzt bin ich seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich montags Ansprechpartnerin,“ so Marianne Strauch.

Beide sind ehrenamtlich bis heute engagiert

Ihr Mann kümmert sich ehrenamtlich um Patienten in der Zentralen Aufnahme des St.-Marien-Hospitals. Eine Aufgabe, die er nicht missen will. Dass seine Frau in den sechs Jahrzehnten immer sozial engagiert war, verdankt sie auch ihrem Mann. „Ohne Bernhard hätte ich das alles nicht machen können, auch nicht die 30 Jahre im Lüner Rat.“ Für die CDU war sie vor allem bei sozialen Themen in vorderster Reihe, bekam für ihr Engagement den Ehrenring der Stadt und das Bundesverdienstkreuz sowie den Silvesterorden, der sie ermächtigt, mit einem Pferd in den Vatikan zu reiten.

Besonders stolz ist Marianne Strauch auf eine Ehrung des Weißen Rings für Zivilcourage, nachdem sie einen jungen Mann bei einer Prügelattacke am Alten Markt gerettet hatte.

„Heiligabend nicht allein“ und Ferienfreizeiten

Das Ehepaar stemmte auch viele Dinge gemeinsam. Vier Jahrzehnte lang lud die ganze Familie einsame Menschen am Heiligabend ein. „Unsere Kinder waren immer dabei, haben etwas einstudiert“, so Marianne Strauch. Auch bei den Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche nach Ameland und Tirol unterstützte die Familie Marianne Strauch. „Bernhard war in Tirol immer als Küchenchef dabei.“

Nicht selten kommt es vor, dass die Teilnehmer von einst nachfragen, ob es die Freizeiten noch gibt, weil sie ihre eigenen Kinder gerne mitschicken würden.

Auf die Frage, was das Geheimnis von 60 Ehejahren ist, antwortet Bernhard Strauch schmunzelnd: „Dass man alles macht, was die Frau will.“

Das Ehepaar Strauch möchte keine Geschenke. Wer den Beiden trotzdem eine Freude bereiten will, kann für zwei Projekte spenden, die das Paar seit Jahren unterstützt. Für das Waisenhaus von Pastor Thomas in Indien und die Jugendarbeit von Pastor Johannes in Indonesien. Spendenkonto Strauch, IBAN DE49 4404 0037 0194 3026 00, Stichwort Diamanthochzeit.
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