Für Hinterbliebene ist Diebstahl auf Gräbern ein besonders trauriges Thema

dzTotenruhe

Für Hinterbliebene ist es ein Schock, wenn sich Diebe an Gräbern zu schaffen machen. Meist wollen sie mit Metall schnelles Geld verdienen. Die Polizei nimmt das Thema sehr ernst.

Lünen

, 19.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Erst kürzlich wurden auf dem evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße wieder Grablampen gestohlen.

Die Polizei hat in diesem Jahr 16 Diebstahl-Fälle auf Lüner Friedhöfen registriert. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 23 Fälle. Wobei die Zahlen nicht aussagekräftig sind: Manche Angehörige gehen in ihrer Trauer gar nicht zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. „Es gibt eine Dunkelziffer“, sagt eine Polizeisprecherin.

In liebevollem Gedenken niedergelegt

Für die Betroffene zähle oft gar nicht so sehr der materielle Verlust, eher das schmerzliche Gefühl, dass jemand Dinge zerstört hat, die liebevoll im Gedenken an den Verstorbenen dort niedergelegt wurden. „Das kann auch ein Andenken aus Plastik sein oder ein gemaltes Bild“, so die Polizeisprecherin.

Friedhof Alstedder Straße besonders betroffen

Im vergangenen Jahr war der katholische Friedhof an der Alstedder Straße mit 15 Anzeigen laut Statistik am häufigsten betroffen. In diesem Jahr registrierte die Polizei jeweils vier Fälle auf den Friedhöfen Alstedder-, Kamener- und Sedanstraße. „Mit jedem Diebstahl ist immer große Betroffenheit verbunden“, weiß die Sprecherin der Polizei. Differenziert wird zwischen dem schweren Fall des Diebstahls, bei dem mit Werkzeug kupferne Vasen oder Lampen aus einer Verankerung gelöst werden, oder dem normalen Diebstahl, bei dem schnell etwas mitgenommen wird.

Polizei fährt Streife

Da die Friedhöfe nicht abgeschlossen sind und meist abgelegen liegen, nutzten die Täter oft die Chance der Dunkelheit, um dort aktiv zu werden. Die Polizei fährt regelmäßig an Friedhöfen vorbei, heißt es aus der Polizeipressestelle. Doch Diebe aufzuspüren, sei schwierig. Deshalb ist die Polizei auf Zeugen angewiesen: „Sie können sich jederzeit über die Notfallnummer 110 melden“, so die Sprecherin. Dabei geht es der Polizei nicht nur um Metall, jeder gestohlene Gegenstand sei wichtig, auch wenn er aus Plastik ist.

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