Fridays for Future ruft zur Demo am 20. September auf

Wie kann das Weltklima am besten gerettet werden? Darüber haben sich Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung in Dortmund fünf Tage lang ausgetauscht. Sie wollen weiter Druck machen - vor allem am 20. September, wenn das Klimakabinett Maßnahmen beschließen will.

05.08.2019, 14:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fridays for Future ruft zur Demo am 20. September auf

Teilnehmer an der „Fridays for Future“ - Klimastreikdemo halten Plakate. Foto: Paul Zinken/Archivbild

Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung haben zum Abschluss ihrer Tagung in Dortmund die Bevölkerung aufgerufen, sich am 20. September an Klimaschutz-Demonstrationen zu beteiligen. „Wir rufen alle Generationen auf, auf die Straße zu gehen, weil die junge Generation nicht alleine das Klima retten kann und sollte“, sagte Carla Reemtsma (21) vom Organisationsteam des Sommerkongresses am Sonntag. Erwachsene und Jugendliche müssten mobilisiert werden, sagte Mitorganisator Jakob Blasel (18). „Weil wir alle brauchen, wenn wir Klimapolitik nachhaltig verändern wollen“, so Blasel weiter.

Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung ein Paket mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen beschließen. „Wir werden an dem Tag streiken, um den Druck aufrechtzuerhalten, dass wir da vernünftige Maßnahmen brauchen“, sagte Reemtsma weiter. Man wolle dabei auch deutlich machen, dass die aktuellen Debatten insbesondere zum Thema CO2-Steuer „nicht ohne uns geführt werden können“.

An dem ersten bundesweiten Treffen der Klimaschutz-Bewegung hatten nach Angaben der Veranstalter seit Mittwoch insgesamt rund 1700 Menschen teilgenommen. Rund 200 Workshops, Podiumsgespräche und Arbeitsgruppentreffen standen auf dem Programm.

Die Organisatoren zogen eine positive Bilanz des Treffens. „Wir haben aus meiner Sicht alle Ziele erreicht“, sagte Blasel. Größtes Ziel sei gewesen, motivierte Menschen zu haben, „die hier rausgehen und bereit sind für weitere Klimastreiks, die bereit sind, weiterhin Politik in Deutschland zu bewegen“. Er sei optimistisch für das nächste halbe Jahr. Reemtsma sagte: „Wir haben ganz viel gute Erfahrungen ausgetauscht und uns sehr, sehr gut vernetzt. Wir gehen jetzt mit noch mehr Energie in den Herbst zum großen globalen Klimastreik.“ Blasel betonte die Forderungen der Bewegung: „Wir wollen den Kohleausstieg, wir brauchen eine CO2-Steuer, und es müssen alle fossilen Investitionen beendet werden.“

Auch Teilnehmer äußerten sich positiv über den Kongress: „Man kann megaviel mitnehmen an Inspiration und Motivation für die Arbeit zu Hause“, sagte Sophia Kutsch (18), die im westfälischen Borken Fridays-for-Future-Demos organisiert. Wieder daheim, wolle sie mit anderen Aktivisten überlegen, wie verstärkt auch Erwachsene angesprochen werden können.

Der Kongress fand in einer Parkanlage statt. Viele Teilnehmer übernachteten in Zelten. Die Workshops und Podiumsdiskussionen wurden in zwei benachbarten Schulen und Gebäuden auf dem Parkgelände abgehalten. Am Freitag hatten die Teilnehmer in der Dortmunder Innenstadt für besseren Klimaschutz demonstriert. Die Tagung endete am Sonntagmittag mit einem Auftritt des Autors und Kleinkünstlers Marc-Uwe Kling („Känguru-Chroniken“).

Weitere Kongresse sind laut Blasel noch nicht konkret geplant. In der Arbeitsgruppe, die den Kongress vorbereitet hat, sei die Stimmung aber optimistisch, „da vielleicht noch einen weiteren zu machen. Aber auf jeden Fall nicht in den nächsten drei Monaten“. Fridays for Future will sich nach Blasels Worten auch weiterhin auf Klimapolitik konzentrieren. „Es gibt genug andere Bewegungen, die sich anderen Themen widmen. Wir sind eine Bewegung, die den Konsens hat, für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels einzutreten. Dabei werden wir auch bleiben.“

Unter den Referenten war am Samstag auch der Chef der Wirtschaftsweisen, der Essener Wirtschaftswissenschaftler Prof. Christoph Schmidt vom RWI-Institut. „Fridays for Future ist ein wichtiges Element, dass die Gesellschaft jetzt darauf aufmerksam geworden ist, dass es so nicht weitergehen kann“, würdigte der Forscher in einem WDR-Radiointerview die Bewegung. Nach einer Podiumsdiskussion diskutierte er noch lange mit Teilnehmern über Aspekte einer CO2-Besteuerung. „Ich bin sehr froh, dass ich hier war“, sagte er anschließend. „Wir brauchen den Diskurs der Generationen.“

Klimaaktivisten wollen auch in der kommenden Woche mobil machen. Zu einem Samstag in Pödelwitz bei Leipzig gestarteten Klimacamp werden bis zum 12. August rund 1000 Teilnehmer erwartet. Mehr als 100 Workshops und Diskussionen sind geplant. Das 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz soll der Kohle weichen und von der Landkarte verschwinden. Dagegen regt sich seit langem Protest.

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