Fridays for Future geht am 20. September weltweit auf die Straße - auch in Selm

dzKlimastreik

Schon einmal standen die Selmer auf der Straße, um für das Klima zu demonstrieren. Nun nehmen sie auch an einem weltweiten Streiktag von Fridays for Future teil.

Selm

, 12.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf die Straße gehen, für das Klima. Das gab es in Selm bislang nur einmal. Im März versammelten sich rund 30 Jugendlichen und Erwachsene vor dem Selmer Bürgerhaus, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren.

Am 20. September soll es erneut eine Demonstration geben. „Zusammen mit Fridays for Future auf die Straße - auch in Selm“, heißt es auf dem dazugehörigen Flyer. Bernd Pentrop von der Polizei im Kreis Unna bestätigte die Anmeldung der Demonstration. In der Nähe von Selm sind auch Streiks in Datteln, Lünen, Dortmund und Münster geplant.

Schon vor Monaten hatte Fridays for Future zu einem 3. weltweiten Klimastreik aufgerufen. Für die Bedeutung der Bewegung in Deutschland könnte es ein bedeutender Tag werden: „Am 20. September entscheidet die Bundesregierung über die nächsten Schritte in der Klimapolitik. Wenn wir alle zusammenstehen, treiben wir die Regierung zum notwendigen Handeln“, heißt es im Streikaufruf von Fridays for Future.

Handeln auch in Selm

Dass Jeannine Tembaak, die sich im Eltern-Bündnis „Parents for Future“ engagiert, sich an dem Streik beteiligen würde, war ihr schon länger klar, „mir war auch klar, dass ich in Selm auf die Straße gehen werde“, sagt sie. „Wir teilen uns alle ein Klima“, sagt sie. Und das Engagement betreffe eben nicht nur Großstädte.

Gemeinsam mit Insa Behrens, die in Selm eine Petition zum Thema Klimanotstand gestartet hat, hat sie die Demo am 20. September auf Initiative des Klimacafés in Selm organisiert. Los geht es um 13 Uhr am Freibad in Selm. Das sei laut Tembaak allerdings kein symbolischer Akt. Keine Wasser-bis-zum-Hals-Symbolik.

„Wir haben einfach nach einer geeigneten öffentlichen Fläche gesucht“, sagt Tembaak, zudem sei wichtig gewesen, dass sie an den Schulen vorbeiführt. „Denn das ist ja schließlich der Ursprung der Klimastreiks“, erinnert Tembaak. Angefangen hatte alles mit der Schwedin Greta Thunberg, die sich vor einem Jahr jeden Freitag mit dem Schild „Schulstreik für das Klima“ vor das Gebäude des schwedischen Parlaments setzte und so den Klimastreik ins Leben rief.

Demonstration führt an den Selmer Schulen vorbei

Die Demonstration in Selm führt vom Freibad, über die Badestraße, Südkirchener Straße, Ludgeristraße und Sandforter Weg zum Campus. Dort ist eine Zwischenkundgebung mit Poetry Slam geplant. „Auf dem Campus werden dann Eisblöcke gestapelt, um das Schmelzen unserer Pole zu verdeutlichen“, sagt Insa Behrens. Dann geht es weiter über die Kreisstraße zum Platz vor dem Bürgerhaus. Dort gibt es Musik und eine Rede von Insa Behrens. Außerdem sollen dort „Klimaprobleme gestapelt werden“. Das bedeutet, die Teilnehmer der Demo sollten im Vorfeld Kisten bekleben, mit Klimaproblemen, die sie beschäftigen, und diese werden dann zu einem Berg gestapelt.

„Unser erklärtes Ziel ist es, mindestens 150 Menschen auf die Straße zu bringen, was für Selm schon viel ist“, sagt Jeannine Tembaak. „Es geht nicht darum möglichst viele Schüler zum Schwänzen bewegen, sondern in ganz Selm in allen Altersklassen Leute zu mobilisieren. Denn wenn wir bis jetzt noch nicht die nötige Aufmerksamkeit besitzen, dann wollen wir probieren, sie mit Aktionen wie dieser zu schaffen“, sagt Insa Behrens.

Drei Tage zuvor - also am 17. September - wird sich der Ausschuss für Umwelt und Zivilschutz erneut mit dem Thema Klimanotstand auseinandersetzen. „Wir wollen auch da signalisieren, dass wir weiterhin ein wachsames Auge auf dieses Thema haben“, sagt Teembaak. Eine sofortige Ausrufung des Klimanotstandes hatte der Rat vor der Sommerpause im Juli abgelehnt.

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