Freund der Tochter fast tot: Vater und Söhne vor Gericht

Mit ungewöhnlich hoher Polizeipräsenz hat am Montag in Bonn ein Prozess gegen einen 45-jährigen Vater und zwei seiner Söhne wegen versuchten Mordes begonnen. Der Mann und seine beiden 26 und 27 Jahre alten Söhne sollen in der Nacht zum 20. Juni in Meckenheim den 19 Jahre alten Freund der Tochter mit einem Schraubenschlüssel angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Am ersten Prozesstag schwiegen alle drei Angeklagten zu den Vorwürfen.

16.12.2019, 03:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Laut Anklage waren der Vater und seine Söhne nachts auf die Suche nach der jungen Frau gegangen, nachdem diese nicht heimgekehrt war. Die 16-Jährige hatte sich mit ihrem 19 Jahre alten Freund zum Rendezvous getroffen. Als sie von der Familie gegen 2 Uhr nachts gefunden wurde, waren beide leicht bekleidet auf dem Beifahrersitz seines Wagens eingeschlafen.

Daraufhin sollen die aus der Türkei stammenden Angeklagten die Autoscheiben zertrümmert, das Mädchen herausgezerrt und den Freund bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und getreten haben. Der junge Mann erlitt schwerste Kopfverletzungen und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Ein 17-jähriger Schüler, der von einer Geburtstagsfeier auf dem Heimweg war, hatte aus dem Wald die Hilfeschreie eines Mädchens gehört und die Polizei alarmiert. Ein Polizist sagte als Zeuge aus: „Der Vater ließ sich auch von den Dienstwaffen nicht beeindrucken. Wir waren kurz vor dem Schusswaffengebrauch.“ Ein Urteil wird für Mitte Januar erwartet.

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