Freizeit statt Geld: Arbeitgeber beklagen Umsetzungsproblem

Nach dem im Februar erzielten Metall-Tarifabschluss klagen nun die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber über „erhebliche“ Probleme bei der Umsetzung der vereinbarten Arbeitszeitregelungen. Eine hohe Zahl von Beschäftigten habe sich für mehr Freizeit statt mehr Geld entschieden, so dass die zusätzliche Freizeit vor allem in Schichtbetrieben nur dann bewilligt werden könne, wenn dies durch die Mehrarbeit anderer Beschäftigter ausgeglichen werde, berichte ein Sprecher von Metall NRW am Mittwoch.

14.11.2018, 17:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der zunächst in Baden-Württemberg erzielte Pilotabschluss, der auch für die rund 700 000 Beschäftigten in NRW übernommen worden war, sieht für bestimmte Beschäftigtengruppen wie Schichtarbeiter oder Mitarbeiter mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen eine Wahlmöglichkeit zwischen acht zusätzlichen freien Tagen und einer Einmalzahlung von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts vor. Nach der bis Ende Oktober befristeten Wahl der Beschäftigten müssen die Arbeitgeben nun bis zum Jahresende eine Entscheidung vorlegen.

Ein IG Metall-Sprecher zeigte sich davon überzeugt, dass eine Umsetzung der Anträge möglich sei. Die Beschäftigten hätten großes Interesse an den neuen Tarifregeln gezeigt, so die Gewerkschaft. In mehreren von der IG Metall befragten Betrieben habe sich etwa eine Mehrheit von rund 60 Prozent der anspruchsberechtigten Schichtarbeiter für zusätzliche freie Tage entschieden. Neben den neuen Arbeitszeitregelungen sieht der Tarifvertrag auch 4,3 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten vor.

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