Forscher: Nutzen von Sharing-Modellen für Umwelt ist gering

Der Nutzen von Sharing-Modellen für die Umwelt - etwa bei Autos, Wohnungen oder Kleidung - ist Forschern zufolge gering. „So wie die Plattformen gegenwärtig genutzt werden, kann man nur von moderaten Umweltentlastungen ausgehen“, sagte Maike Gossen vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung der Deutschen Presse-Agentur. Gossen hat mit ihrem Team die Nutzung von Sharing-Modellen, also Teilen, und deren Ökobilanz erforscht. „Das Versprechen, Sharing leiste einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt, kann man zwar bejahen - aber die Effekte sind geringer als suggeriert wird.“

09.08.2019, 06:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Forscher: Nutzen von Sharing-Modellen für Umwelt ist gering

Lena Schröder, Inhaberin des Kölner Kleidungsverleihers „Kleiderei“, zeigt eine Stofftasche. Foto: Henning Kaiser/Archivbild

Die Ökobilanz hängt nach Ansicht der Wissenschaftler vor allem davon ab, wie die Angebote genutzt werden. Ein häufiger Fall laut Gossen: „Man spart oder erhält sogar Geld - und das gibt man dann an anderer Stelle wieder aus.“ In einigen Fällen entstehe durch Sharing-Angebote sogar zusätzlicher Konsum. Als Beispiel nennt Gossen die Unterkunftsplattform Airbnb, durch die möglicherweise erst der Anreiz für manche Reise geschaffen wird - die dann wiederum eine zusätzliche Belastung der Umwelt ist. Eine relativ positive ökologische Bilanz haben Gossen zufolge hingegen private Mitfahrgelegenheiten, durch die Extra-Fahrten eingespart werden.

Es gibt auch Gegenstimmen: Verena Bax von der Umweltorganisation Nabu etwa bewertet Sharing-Modelle grundsätzlich als positiven Beitrag zur Umweltentlastung. Allerdings seien sie für viele Nutzer keine echte Alternative zum Kaufen, weil nur wenige bereit seien zu teilen.

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