Folgen des Klimawandels

Insektenplagen

Experten befürchten, dass Insektenplagen durch den Klimawandel zunehmen werden.

07.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Folgen des Klimawandels

Seit Mitte der 1990er-Jahre tritt der Eichenprozessionsspinner verstärkt in Deutschland auf. © dpa

Nicht nur der Junikäfer fühlt sich bei den derzeit herrschenden warmen und trockenen Temperaturen wohl. Auch andere Insekten freuen sich darüber, so wie zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner. Vielerorts hat er sich derart vermehrt, dass Experten mittlerweile von einer Plage sprechen.

Nach Angaben des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig tritt der Eichenprozessionsspinner seit Mitte der 1990er-Jahre verstärkt in Deutschland auf, allerdings sei der Befall regional unterschiedlich. Doch anders als beim Junikäfer können die Raupen den Menschen gefährlich werden: Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner sind giftig und können zu Atemnot, Hautreizungen und im schlimmsten Fall zu allergischen Schocks führen. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Wochen bereits diverse Kitas, Schulen, Freibäder, teilweise sogar ganze Parks geschlossen – auch im Kreis Unna.

Problematisch ist auch die Bekämpfung der Schädlinge. Sie können entweder chemisch entfernt, von den Bäumen gesaugt oder abgebrannt werden. Auf eine natürliche Variante setzen die Niederländer: Sie setzen in einigen Regionen Vögel ein, die die Raupen fressen sollen. Die Methode soll auch in Bergkamen geprüft werden. Eines haben die Gegenmaßnahmen jedoch gemeinsam: Sie sind alle zeitaufwendig.

Wie es zu der explosionsartigen Vermehrung der Raupen kommt? Experten machen den Klimawandel verantwortlich. Die Insekten bräuchten Wärme, Licht und Sonne. Daher dürften die Extreme der Population immer größer werden – ähnlich wie bei den Wetterextremen.

Auch Insekten, die aus anderen Gebieten zuwandern, sollen es laut den Experten durch den Klimawandel leichter haben. Sie können die Winter nun überleben, sich etablieren und auf diese Weise auch mögliche Krankheitserreger einschleppen.

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