Flugverkehr: CDU und FDP wollen „Fluggastrechte-App“

Stundenlange Verspätungen, Schlangen vor den Sicherheitskontrollen und annullierte Verbindungen: Viele Fluggäste leiden unter Missständen. Betroffene soll bald per Handy Ansprüche melden können.

09.10.2018, 05:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Angesichts der vielen Ausfälle und Verspätungen im Flugverkehr will die Regierungskoalition aus CDU und FDP die Rechte der Reisenden stärken. Eine „Fluggastrechte-App“ solle künftig ermöglichen, Entschädigungen per Handy geltend zu machen, heißt es in einem gemeinsamen Fraktionsantrag für die Landtagssitzung am Donnerstag. Die Landesregierung solle die Verbraucherzentrale bei der Entwicklung einer App unterstützen, mit der betroffene Passagiere ihre Ansprüche schnell, unabhängig und mit wenig bürokratischem Aufwand einreichen könnten.

Vergangene Woche hatte sich ein Luftfahrtgipfel in Hamburg auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt, um gegen Missstände im Luftverkehr anzugehen. Unter anderem sollen mehr Fluglotsen ausgebildet und die Sicherheitskontrollen effektiver werden. Stärkere Fluggastrechte stand allerdings nicht im Mittelpunkt.

CDU und FDP im Landtag beklagen ebenso wie Verbraucherschützer, dass es Passagieren bei verspäteten, überbuchten oder annullierten Flügen zunehmend schwer falle, ihre Ansprüche gegenüber Fluggesellschaften durchzusetzen. Ein Grund hierfür sei, dass die Airlines ihre Kunden oft nicht ausreichend über ihre Rechte aufklärten. „Betroffene werden hingehalten, Ansprüche werden nicht reguliert“, heißt es in dem Antrag. Regelmäßig müssten sich Fluggäste im Nachhinein selbst über ihre Rechte informieren.

Die Zahl der Passagiere steigt an vielen Flughäfen. Allein in den Sommerferien flogen laut dem Antrag vom Flughafen Düsseldorf etwa 3,9 Millionen Fluggäste ab. Der Flughafen Köln/Bonn verzeichnete mit rund 2,1 Millionen Fluggästen einen neuen Rekord. Der Flughafen Dortmund verbuchte mit 331 000 Fluggästen ein Zehnjahreshoch.

Weitere Meldungen