Flüchtlingsunterkunft Bahnhofstraße: Vom Bau bis zum Problem mit den feuchten Böden

dzAsylheim

Eine schnelle Lösung musste her: Nach 2015 sollten die Holzbauten an der Bahnhofstraße in Holzwickede den stark gestiegenen Bedarf an Wohnraum für Asylsuchende abdecken. Dann wurden Mängel festgestellt.

22.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit dem Bau der Asylunterkünfte an der Bahnhofstraße hat sich die Gemeinde nach der großen Migrationswelle im Jahr 2015 für eine schnelle Lösung entschieden. Kein Wunder: Denn die Zeit drängte angesichts fast täglich neu ankommender Asylbewerber.

Nach kurzer Bauzeit wurden die Holzgebäude mit insgesamt 20 Einheiten 2016 an die Gemeinde übergeben. In den vergangenen Jahren lebten dort im Regelfall um die 50 Menschen. Nach einigen Monaten erreichte die Gemeinde dann eine Hiobsbotschaft: Ein Teil der Gebäude hat ein Feuchtigkeitsproblem.

Asyl

Zahl der Flüchtlinge inzwischen konstant

  • 2015 versetzte die Flüchtlingssituation Holzwickede in einen Ausnahmezustand. Bis Januar 2016 wuchs die Zahl der Asylsuchenden in der Emscherquellgemeinde auf den Höchststand der vergangenen fünf Jahre. 286 Menschen lebten zu diesem Zeitpunkt in den Unterkünften.
  • Seitdem hat sich die Zahl der in Holzwickede lebenden Flüchtlinge bei knapp über 100 eingependelt. Dem jüngsten Bericht zufolge leben derzeit 106 Flüchtlinge in Unterkünften, vier weitere sind außerhalb von Heimen untergebracht.
  • Seit dem Bau des Heims in der Bahnhofstraße lebten dort in der Regel um die 50 Menschen. Im Juli 2018 wohnten dort 47 Asylsuchende. Im Oktober 2019 waren es 54. Momentan sind es 51 Asylsuchende, die an der Bahnhofstraße 11 und 11a untergebracht sind.

Schon während des knapp eine Million Euro teuren Baus der Holzhäuser hatten die Holzwickeder Grünen, die sich ohnehin für eine andere Lösung eingesetzt hatten, nach einer Baustellenbegehung an der Bahnhofstraße vor etwaigen Schäden gewarnt. An der Umsetzung änderte das aber nichts: 2016 zogen dort die ersten geflüchteten Menschen ein.

In der Folge entwickelten sich die Holzbauten zu einem Problemkind unter den Projekten der Gemeinde. So wurden mit der Zeit an den Gebäuden immer mehr Mängel festgestellt, für die die Gemeinde die zuständige Baufirma verantwortlich macht.

Monatelanger außergerichtlicher Streit

Seit der Feststellung der Baumängel zieht sich ein außergerichtlicher Streit zwischen Gemeinde und der zuständigen Baufirma in die Länge. Die Gemeinde fordert, dass jene Firma sowohl die Kosten für die bisher beseitigten Mängel als auch für die ausstehende vollständige Herrichtung der Gebäude trägt und bereitet sich nach wie vor auf ein mögliches Gerichtsverfahren vor.

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