Flüchtlinge misshandelt: Heimleiter steht vor Gericht

Immer wieder sollen Flüchtlinge in einem Heim im Siegerland eingesperrt und gequält worden sein. In der juristischen Aufarbeitung des Misshandlungsskandals von Burbach beginnt nun der Prozess gegen den Heimleiter. Ihm soll eine Schlüsselrolle zugekommen sein.

10.01.2019, 01:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Fall der monatelangen Misshandlungen von Flüchtlingen in einem Heim in Burbach steht ab heute der Leiter der Einrichtung vor Gericht. Der 38-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft angeordnet haben, Flüchtlinge bei Fehlverhalten in ein sogenanntes Problemzimmer zu sperren. Damit soll er verantwortlich sein für systematische Repressalien und Schikanen gegenüber zahlreichen Bewohnern.

In der von einem privaten Unternehmen betriebenen Notaufnahmeeinrichtung des Landes waren über Monate hinweg immer wieder Flüchtlinge eingesperrt, geschlagen und gequält worden. Zahlreiche Wachleute und Betreuer sind deshalb wegen Freiheitsberaubung in einer Vielzahl von Fällen sowie wegen Körperverletzung angeklagt. Der Heimleiter soll über viele Einzelfälle informiert gewesen sein. Er hat angekündigt auszusagen.

Bereits am 8. November hatte ein großer Prozess gegen zunächst 30 Angeklagte begonnen, darunter vor allem Wachleute und Betreuer. Weitere Verfahren wie das gegen den Heimleiter wurden abgetrennt. Inzwischen richtet sich das Hauptverfahren gegen nur noch 26 Beschuldigte.

Um Urteile gegen drei geständige Angeklagte zu beschleunigen, hatte das Gericht drei Verfahren abgekoppelt: Ein Wachmann wurde im Dezember zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, zwei weitere Angeklagte zu einer Geldstrafe.

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