Flaschenpost findet nach über sechs Jahren den Weg vom Atlantik zurück nach Schwerte

dzIn Irland angeschwemmt

Auf Facebook hatte sich die Nachricht verbreitet: Nach sechseinhalb Jahren wird eine Flaschenpost an der Küste Irlands angeschwemmt. Ihr Absender kommt aus Schwerte. Die ganze Geschichte.

Schwerte

, 28.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sechs Jahre und knapp drei Monate, also 2274 Tage für mehr als 3000 Kilometer. Diese Strecke hat die Flaschenpost zurückgelegt, die Sebastian Kessler im Oktober 2013 den Atlantik geworfen hatte.

Damals war er unterwegs von Barcelona nach Miami, eine zweiwöchige Kreuzfahrt mit seiner damaligen Freundin.

Auf halber Strecke zwischen beiden Häfen hatte das Paar dann die kleine Flasche ins Meer fallen lassen. „Wir hatten die Flaschenpost zuhause vorbereitet und sie mit roten Papier befüllt und in mehreren Sprachen beschriftet. Wir wollten ja nicht, dass sie übersehen wird und einfach liegen bleibt“, erinnert sich Sebastian Kessler im Gespräch mit der Redaktion.

Flaschenpost taucht an der nördlichen Küste Irlands wieder auf

Übersehen wurde die Flaschenpost tatsächlich nicht. Zwei Mädchen im Norden Irlands finden die Nachricht unversehrt am 18. Januar 2020 – Jahre, nachdem sie im Atlantik auf ihre Reise geschickt worden war.

Dann geht alles rasend schnell: Aoife und Molly aus Burtonport sind stolz auf ihren Fund, lassen sich mit der Flasche fotografieren, ihr Großvater John veröffentlicht die Geschichte auf Facebook und möchte die Absender finden, noch bevor das Antwortschreiben wieder die Ruhrstadt erreicht.

„Nur fünf oder sechs Stunden später hatten mich die Leute ausfindig gemacht. Viele haben bei mir auf der Arbeit angerufen oder mir Mails geschrieben“, so Kessler. Nur bei mir zuhause war erstaunlicherweise niemand“, scherzt der 37-Jährige.

Brief aus Irland ist auf dem Weg nach Schwerte

Mit den jungen Finderinnen Aoife und Molly habe er mittlerweile Kontakt und warte schon auf einen Brief, den die beiden gemeinsam mit ihrer Schulklasse für ihn verfasst haben.

Auch ins irische Radio hat es die kleine Flaschenpost bereits geschafft. Gerne möchte er den beiden Mädchen bald auch eine Nachricht zurück nach Irland senden – Überraschung inklusive. „Was das ist, kann ich aber natürlich noch nicht verraten.“

„Wir hatten spekuliert, dass sie in Afrika landet“

Eigentlich hatte sich Sebastian Kessler einen ganz anderen Weg für seine Flaschenpost ausgemalt: „Wir hatten spekuliert, dass sie in Richtung Afrika abdriftet. Aber es ist wie im Bilderbuch für Strömungslehre: Der Nordatlantikstrom hat sie auf dem Hauptweg nach Irland gebracht.“

Sowieso hatte er überhaupt nicht mehr damit gerechnet, dass die kleine Plastikflasche noch unbeschadet den Weg an ein Ufer findet. Der Kunststoff hat standgehalten, den Deckel hatten Sebastian Kessler und seine Ex-Partnerin damals verklebt.

Flaschenpost findet nach über sechs Jahren den Weg vom Atlantik zurück nach Schwerte

So kam die Flaschenpost an der irischen Küste an. © Sebastian Kessler

Und auch eine zweite Falschenpost aus Schwerte befindet sich gerade irgendwo im Atlantik. Denn im April 2019 war der 37-Jährige erneut auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs – diesmal mit seiner jetzigen Frau und der gemeinsamen Tochter. „Die Tour ging von New York über die Azoren nach England. Meine Tochter und ich haben wieder eine Flaschenpost in den Atlantik entlassen.“

Schon jetzt ist er gespannt, in wie viel Jahren diese wohl ihren Weg zurück nach Schwerte finden wird.

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