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Feuerwehrfrau aus Schwerte saß drei Stunden neben verunglücktem Fahrer im Führerhaus

Lkw-Unfall A1

Drei Stunden lang hat Anja Mohri am Montagabend im demolierten Führerhaus eines Lkw auf der A1 gehockt und den schwer verletzten Fahrer betreut. Schwerstarbeit für die Feuerwehrfrau.

Schwerte

, 10.07.2018
Feuerwehrfrau aus Schwerte saß drei Stunden neben verunglücktem Fahrer im Führerhaus

Die Feuerwehrfrau kletterte über die Beifahrerseite in das Cockpit. © Foto Feuerwehr

Diese drei Stunden ihrer 24-Stunden-Schicht am Montag wird Anja Mohri so schnell nicht vergessen. Als die 33-jährige Rettungsassistentin mit ihren Kollegen von der Schwerter Berufsfeuer gegen 19 Uhr zur Unfallstelle kam, war schnell klar, dass der Fahrer nicht so schnell aus dem demolierten Führerhaus befreit werden konnte. Vier Lkw waren auf der A1 bei Hagen-Nord aufeinandergeprallt.

Anja Mohri: „Ich ließ mir von den Kollegen eine Leiter geben und stieg auf der Beifahrerseite zum Führerhaus hoch. Dann bin ich durch die kaputte Seitenscheibe zu ihm hineingeklettert.“ Dass seine Bergung mehrere Stunden dauern würde, ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen.

Verunglücken Fernfahrer betreut

Neben der medizinischen Betreuung war vor allem das Ausstrahlen von Ruhe und Zuversicht die Aufgabe der jungen Frau. Und das alles in englischer Sprache, die der portugiesische Fernfahrer zum Glück ebenso beherrschte wie die Brandmeisterin der Feuerwehr.

Und die Kommunikation hat funktioniert: Immer, wenn sie sich mal von dem Fahrer habe abwenden müssen, um sich mit den Kollegen auf der Straße abzusprechen, habe der Verunglückte mit Panik reagiert. Also blieb Anja Mohri drei Stunden lang neben ihm hocken, während draußen am Unfallort mehr als 50 Einsatzkräfte Trümmerteile und Ladungen wegräumten, um zu dem Verletzten zu kommen.

Feuerwehrfrau aus Schwerte saß drei Stunden neben verunglücktem Fahrer im Führerhaus

Anja Mohri betreute den eingeklemmten Fahrer aus Portugal. © Bernd Paulitschke

Der Portugiese erlitt bei dem Unfall nach Angaben von Feuerwehrchef Wilhelm Müller einen Bruch im Lendenwirbelbereich und Quetschungen an den Beinen.

Polnischer Lkw-Fahrer kam ums Leben

Nach Angaben der Polizei war er der Fahrer des Lastwagens, der ungebremst auf ein Stau-Ende aufgefahren war. Der polnische Fahrer des zuerst getroffenen Fahrzeugs kam dabei ums Leben. Der litauische Fahrer des noch davor stehenden Fahrzeugs wurde schwer verletzt. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass selbst der vierte Lkw-Fahrer sich noch leichte Verletzungen zuzog.

Nach der Bergung des eingeklemmten Fahrers blieb die A1 bis in den Dienstagvormittag hinein gesperrt. Lange Staus waren die Folge. Die Fahrbahn war stark verschmutzt, unter anderem traten verschiedene Flüssigkeiten bei dem Zusammenprall der Lkw aus.

Für Anja Mohri endete die Schicht nach diesem Einsatz noch nicht, aber ihre Kollegen und die Einsatzlage ermöglichten ihr erst einmal eine Pause. „Ich war froh und stolz, dass wir den Mann retten konnten.“