Feuerwehr muss Kohlenstoffdioxid aus Lagerhalle pusten

Einsatz im Industriegebiet

Die Feuerwehr Werne wurde am Samstag ins Industriegebiet gerufen. Durch einen Defekt an einer Maschine wurde die CO2-Anlage aktiviert. Die Halle musste von Kohlenstoffdioxid befreit werden.

Werne

, 07.10.2018, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feuerwehr muss Kohlenstoffdioxid aus Lagerhalle pusten

An dieser Anlage wurde die Brandmeldeanlage und damit das CO2-Löschsystem ausgelöst. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Seltener Einsatz: Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde am Samstag, um 14.05 Uhr, zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in das Industriegebiet an der Capeller Straße alarmiert. In einem Bitumen verarbeitenden Betrieb wurde Brandalarm ausgelöst und dadurch automatisch das CO2-Löschsystem aktiviert.

„Weil die Stoffe, die bei der Firma eingesetzt werden, schwer zu löschen sind, wurde dort eine CO2-Anlage installiert. Die pumpt automatisch CO2 in die Halle, sobald die Brandmeldeanlage ausgelöst wird“, erklärt Dr. Bodo Bernsdorf, Brandoberinspektor bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne. Die Anlage habe hervorragend funktioniert, so Bernsdorf weiter. Zunächst ertönt ein Alarm, dann dauert es zwei bis drei Minuten, bis CO2 in die Halle gepumpt wird. Alle vier noch auf dem Gelände verbliebenen Mitarbeiter und ein Zuständiger des Sicherheitsdienstes konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Hätten sie Kohlenstoffdioxid eingeatmet, hätten sie ersticken können.

Kein offenes Feuer zu sehen

Die Feuerwehr kontrollierte unter schwerem Atemschutz den betroffenen Bereich. Mit der Wärmebildkamera wurde nach der Ursache gesucht. Ein offenes Feuer war laut Bernsdorf nicht zu sehen. Eine mit Thermo-Öl beheizte Transportrolle wurde als Brandherd identifiziert und gekühlt, bis eine Rückzündung sicher vermieden werden konnte. „Wir konnten nicht erkennen, ob es überhaupt gebrannt hat oder ob es vielleicht aufgrund eines Fehlers zum Alarm gekommen ist“, sagt Bernsdorf.

Die Rollen der Anlage werden stets beheizt. Die Maschine würde immer auf einer gewissen Betriebstemperatur laufen. „Da kann es schon mal passieren, dass Öl verdampft“, erklärt Bernsdorf. Er sei beeindruckt von dem automatisch auslösenden CO2-Löschsystem, das es nur einmal hier in Werne gibt.

Drei Trupps der Feuerwehr haben mit mehreren Hochdrucklüftern nachfolgend das CO2 aus der Halle entfernt, um mit den Technikern die Anlage zu begutachten. Der Betrieb geht nun in eine Ursachenforschung, da direkte Brandschäden an der Anlage nicht erkannt werden konnten. Wahrscheinlich sei sie weiter funktionstüchtig, so Bernsdorf.

Betreiber muss Brandwache stellen

Die Anlage wurde mit der Auflage an den Betreiber übergeben, eine Brandwache zu stellen, da bis zur vollständigen Wiederherstellung des vorbeugenden Brandschutzes zunächst die Löschanlage wieder instand gesetzt werden muss. „Der CO2-Tank ist jetzt leer. Solange dieser nicht aufgefüllt ist, muss die Anlage beobachtet werden“, erklärt Bernsdorf. Anfang kommender Woche soll die Anlage wieder aufgefüllt werden.

Im Einsatz waren 25 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen, der Rettungsdienst Werne und die Polizei. Der Löschzug 1 Stadtmitte und die Löschgruppe 4 Holthausen der Freiwilligen Feuerwehr waren zugegen. Der Einsatz konnte gegen 15.30 Uhr beendet werden.

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