Feuer gelegt und Kinder zurückgelassen: Mutter vor Gericht

Eine junge Mutter soll in ihrer Wohnung Feuer gelegt und ihre beiden Söhne in der brennenden Wohnung zurückgelassen haben. Zu Beginn des Prozesses wegen versuchten Mordes weint die Angeklagte und schildert ihre Version der Ereignisse.

19.11.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Feuer gelegt und Kinder zurückgelassen: Mutter vor Gericht

Mit einem Richterhammer wie diesem wird auch in diesem Prozess Recht gesprochen. Foto: Uli Deck/PoOL/dpa

Eine 27-jährige Mutter aus Holzwickede muss sich seit Dienstag wegen versuchten Mordes an ihren beiden Kindern und acht weiteren Hausbewohnern vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, im Mai in ihrer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses Feuer gelegt und anschließend das Haus verlassen zu haben. Die beiden Kinder, die zur Tatzeit schliefen, mussten von der Feuerwehr aus der brennenden Wohnung gerettet werden. Beide erlitten Rauchvergiftungen, einer der Jungen schwebte sogar kurzzeitig in akuter Lebensgefahr.

Zum Prozessauftakt brach die 27-Jährige in Tränen aus. Sie räumte die Brandstiftung ein. Sie habe Kleidung ihres Lebensgefährten angezündet, um diesen vor einer laufenden Videokamera dazu zu bringen, endlich nach Hause zu kommen. „Als ich merkte, dass sich das Feuer ausbreitete, bin ich rausgerannt, um Hilfe zu holen“, beteuerte die Angeklagte. Sie habe gehofft, das Feuer mithilfe von Nachbarn schnell in den Griff zu bekommen. Deshalb habe sie ihre beiden Söhne auch nicht geweckt.

Die Angeklagte will am Tattag viel Bier und Schnaps getrunken haben, ehe sie gegen Abend mit ihren Kindern nach Hause fuhr. „Einen Grund dafür brauchte ich nicht, ich habe eigentlich immer viel getrunken“, sagte sie den Richtern.

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