Ferngasleitung mit 70 Bar muss in Schwerte den Straßenarbeitern Platz machen

dzAusbau der B236

Das Rohr der Thyssengas quert die Hörder Straße. Weil es der Baustelle im Wege ist, muss es auf 300 Metern Länge auf eine neue Trasse verlegt werden - unter höchsten Sicherheits-Standards.

Schwerterheide

, 25.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bauarbeiter werden in den kommenden Wochen noch einmal auf die Grünfläche zwischen Heidekamp und der Autobahn A1 kommen. Für die Firma Thyssengas verlegen sie ein Teilstück der überegionalen Gas-Transportleitung „L5004“, die den Brennstoff von Bochum nach Holzwickede leitet, auf eine neue Trasse.

Die Maßnahme wird erforderlich durch den bevorstehenden Ausbau der Bundesstraße 236/Hörder Straße samt der anschließenden Autobahnauffahrt, wie Unternehmenssprecher Gerhard Hülsemann berichtet. Sie steht in keinem Zusammenhang mit der von den Anwohnern beklagten Abrodungsaktion, bei der am Wochenende der komplette Grünstreifen entlang der Autobahn-Lärmschutzwand platt gemacht worden war. Den Sägetrupp hatten die Straßenplaner der Deges geschickt, um einen Regenrückhaltekanal vorzubereiten.

Beginn an der Autobahnauffahrt nach Hagen

Thyssengas muss seine Transportleitung, durch die das Erdgas mit einem Druck von bis zu 70 Bar strömt, auf einer Länge von knapp 300 Metern auf den neuen Trassenverlauf verlegen.

Die Baustelle beginnt in Höhe des Gartencenters Augsburg an der Autobahnauffahrt in Richtung Hagen-Köln. Von dort wird das Rohr in Richtung Hörder Straße geführt, unter dieser hindurch gepresst und schließlich auf deren östlicher Seite auf dem Feld am Heidekamp wieder an die bestehende Leitung angeschlossen.

Wasserdruckprobe mit 140 Bar

„Das ist aus unserer Sicht ein völlig normaler Vorgang“, sagt Hülsemann. Die Unterquerung der Autobahnauf- und Abfahrtfahrt sowie der Hörder Straße erfolge unterirdisch im Pressverfahren. Die 40 Zentimeter dicken Rohre werden in Stücken von 12 bis 18 Metern Länge zur Baustelle angeliefert. Jedes von ihnen - so erläutert der Sprecher - verfüge über ein eigenes Prüfzertifikat.

Vor Ort erfolgt dann das Zusammenschweißen, wobei jede Schweißnaht anschließend geröntgt wird. Doch damit nicht genug der Sicherheitschecks. Bevor die Leitung im Erdreich eingebuddelt werden kann, wird zur Dichtigkeitsprobe noch Wasser mit einem Druck von 140 Bar hineingepresst.

Landschaft möglichst wenig beeinträchtigen

Die aufgestellten Baucontainer zeigen an, dass die Arbeiten schon begonnen haben. Sie werden zügig fortgesetzt. „Ende April soll es fertig sein“, kündigt Hülsemann an.

Dass die Gasleitung dem Verlauf der Autobahn folgt, hat einen besonderen Grund. Um die Landschaft nicht mehr als nötig zu beeinträchtigen, werde angestrebt, Infrastrukturtrassen möglichst parallel zueinander verlaufen zu lassen, erläutert Hülsemann. Das gilt nicht nur für Verkehrswege und Gasrohre, sondern auch für Öl-Pipelines und Überlandleitungen der Stromversorgung. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand können sie gebündelt verlaufen.

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