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Barthel lässt deutsche Tennis-Damen jubeln

Das hätte sich Mona Barthel zu Beginn dieser Tennis-Woche wohl selbst kaum träumen lassen. Erst rückt die Neumünsteranerin für Angelique Kerber ins deutsche Fed-Cup-Team, nun holt sie im Relegationsspiel in Lettland sogar den Punkt zum vorzeitigen Klassenverbleib.

20.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Barthel lässt deutsche Tennis-Damen jubeln

Mona Barthel wird im ersten Fed-Cup-Einzel antreten. Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

Ersatzspielerin Mona Barthel hat für die deutschen Tennis-Damen den Verbleib in der Weltgruppe des Fed Cups perfekt gemacht.

Die für Angelique Kerber nachnominierte und am Samstag für Julia Görges eingesprungene Spielerin aus Neumünster holte beim 3:1-Sieg im Relegationsspiel in Lettland den entscheidenden dritten Punkt zum uneinholbaren 3:0-Vorsprung gegen die Gastgeberinnen. „Ich bin echt glücklich“, sagte Team-Kapitän Jens Gerlach. „Die Mädels haben die ganze Woche hart gearbeitet, sie haben sich heute selbst mit dem dritten Punkt belohnt.“

Barthel gewann in Riga 6:4, 6:3 gegen Jelena Ostapenko, nachdem am Freitag schon Andrea Petkovic die ehemalige French-Open-Siegerin bezwungen und Görges sich danach mit Mühe gegen Außenseiterin Diana Marcinkevica durchgesetzt hatte. Das vierte Einzel wurde aufgrund der Konstellation nicht mehr gespielt. Die Niederlage im abschließenden Doppel war bedeutungslos. Petkovic und Anna-Lena Grönefeld verloren 1:6, 3:6 gegen Ostapenko und Daniela Vismane.

Barthel hatte zuvor alles klargemacht. „Dass ich die Chance bekommen habe, zu spielen, und dass ich sie auch noch genutzt habe, ist sehr schön“, sagte sie nach ihrem Erfolg - dem ersten Auftritt im Einzel seit dem 3:2 im Abstiegsspiel gegen Serbien 2013 in Stuttgart.

„Ich war auf jeden Fall angespannt, für sein eigenes Land zu spielen, ist immer was Besonderes. Ich habe auch versucht, es zu genießen“, berichtete die für Görges aufgebotene Barthel: „Es ist schon was Besonderes, wenn einen das Team anfeuert.“

Gerlach sprach von einer Vorsichtsmaßnahme bei Görges, die am Freitag zwei Stunden lang hart für ihren Drei-Satz-Sieg gegen Marcinkevica hatte kämpfen müssen. Die Nummer 17 der Weltrangliste, nominell die deutsche Nummer eins in Lettland, saß aber auf der Bank und hätte auch spielen können. „Man muss auch auf Bauch und Herz hören. Am Ende treffe ich die Entscheidungen, und es hat sich ausgezahlt“, sagte Gerlach.

Barthel zeigte in der Arena Riga keine Zeichen von Nervosität oder Anspannung. In der nur spärlich besuchten, 10.000 Zuschauer fassenden Halle, war die Stimmung auch allenfalls zeitweise zuversichtlich. Barthel befreite sich dank ihres starken Aufschlages immer wieder aus der einen oder anderen kritischen Situation, während Ostapenko mit dem Druck des Siegenmüssens wie schon gegen Petkovic Probleme bekam. Beim Stand von 4:5 begann sie ihr Aufschlagspiel mit zwei Doppelfehlern, beim Satzball für Barthel folgte ein dritter.

Die derzeit nur auf Platz 90 der Weltrangliste geführte 28-Jährige schaffte im zweiten Satz sogar das Break zum 3:1. Ostapenko wehrte sich angesichts der drohenden Niederlage noch einmal und schaffte sofort das Rebreak.

Doch die zuletzt nicht stabile und zuvor verletzte French-Open-Gewinnerin von 2017 gab danach sofort wieder ihren Aufschlag zum 4:2 für Barthel ab. Mit einem Ass zum 5:2 holte sich die Schleswig-Holsteinerin das enge nächste Spiel.

Ostapenko vergrub ihr Gesicht beim Seitenwechsel kurz in einem Handtuch, die deutsche Damentennis-Chefin Barbara Rittner lächelte auf der deutschen Bank schon entspannt. Wenig später machte Barthel den nicht unbedingt erwarteten Erfolg perfekt und nutzte gegen die Nummer 29 der Welt ihren ersten Matchball per Ass.

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