Klischees, Witze und Wermutstropfen: So erlebte Familie Laurenz den TV-Dreh mit Björn Freitag

dzHof Schule Blasum

Sternekoch Björn Freitag drehte für die Sendung „Lecker an Bord“ auf dem Hof Schulze Blasum und entdeckte ein „eigenartiges Konzept“. Es war wohl nicht der letzte TV-Auftritt für Familie Laurenz.

Werne, Stockum

, 11.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ganz in Ruhe, mit einem Gläschen Wein, schaute sich die Familie Laurenz den eigenen Auftritt im Fernsehen an. Die Sendung „Lecker an Bord“ wurde am Montag, 9. September, ausgestrahlt. In dem knapp 45-minütigen Beitrag ist die Familie Laurenz vom Hof Schulze Blasum ab Minute 20 zu sehen.

Da schaut sich Sternekoch Björn Freitag ein „eigenartiges Konzept“ an, wie er sagt. Für sein Gericht - vegetarische Frikadellen und Kartoffel-Möhrenstampf - begab sich der Koch auf die Selbstpflückfelder auf dem Hof Schulze Blasum.

Ausgewählte Szenen bleiben bis zuletzt eine Überraschung

Welche Szenen die Produzenten schließlich mit einbinden, war auch für das Ehepaar Laurenz eine Überraschung. Mit dem Endergebnis ist Johannes Laurenz zufrieden - mit ein paar Abstrichen.

Zwei Tage lang drehte das WDR-Team Mitte Juli auf dem Hof in Stockum. Am Ende kamen insgesamt sechs Minuten Sendezeit dabei heraus. Bei der Sendung „Lecker an Bord“ schippert Kapitän Heinz-Dieter Fröse dieses Mal rund um Bergkamen.

Klischees, Witze und Wermutstropfen: So erlebte Familie Laurenz den TV-Dreh mit Björn Freitag

Björn Freitag (2.v.l.) war für eine TV-Sendung bereits das zweite Mal auf dem Hof Schulze Blasum. Im TV-Beitrag sind auch Katharina, Johannes Laurenz mit der zweijährigen Luisa zu sehen. © WDR/Melanie Grande

Die beiden Köche Björn Freitag und Frank Buchholz gehen von Bord, um regionale und frische Produkte für ihre Gerichte, die sie später auf dem Boot zubereiten, zu besorgen. Natürlich wird Sternekoch Björn Freitag auch auf dem Hof Schulze Blasum in Stockum fündig.

Klischees von der Industriekulisse

Ganz typisch und etwas klischeehaft wird zunächst ein Feld mit den Kühlturmen des Gersteinwerks im Hintergrund gezeigt. „Nicht schön, aber typisch Ruhrgebiet“, sagt Sternekoch Björn Freitag dazu.

Und klar, Landwirt Johannes Laurenz muss erklären, dass das still gelegte Kraftwerk rein gar keinen Einfluss auf seinen Acker hat. „Da habe ich auch erklärt, dass ich es schade finde, dass das Werk still gelegt werden musste. Eigentlich gab es da ein Loblied auf das Gersteinwerk. Das wurde aber leider rausgeschnitten“, sagt Johannes Laurenz.

Dennoch freut er sich, dass die typische „Industrieromantik“, wie er sie nennt, positiv dargestellt wurde. „Das ist gut für die Region.“

Witz vom Sternekoch Björn Freitag

Und genau vor dieser Kulisse sammelt Sternekoch Björn Freitag seine Zutaten für die Gerichte. „Hier muss ich also selbst ran?“, fragt er rhetorisch. Johannes Laurenz, der im Beitrag mit seinem Spitznamen „Johnny“ angesprochen wird, gibt dem Sternekoch „Selbstpflück-Tipps“.

Und der kontert mit einem Witz, den Laurenz wohl schon häufiger gehört hat: „Es heißt ja immer der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln...“ Nachdem die beiden dann kleine Drillinge aus der Erde holen, müssen beide lachen. Ein Highlight des TV-Beitrags für Johannes Laurenz.

Klischees, Witze und Wermutstropfen: So erlebte Familie Laurenz den TV-Dreh mit Björn Freitag

Zwei Drehtage standen im Juli für die Familie Laurenz an. Während der erste Tag für das Porträt der Familie und des Hofes gebucht war, ging es am zweiten Tag auf die Selbstpflückfelder vor der Industriekulisse. © Katharina Laurenz

„Björn Freitag ist einfach nett und authentisch“

„Das war eine schöne Bestätigung dafür, dass ich doch nicht so blöd bin“, sagt der 34-Jährige mit einem Schmunzeln.

Dialoge wie diese lockeren die Atmosphäre auf. „Das Schöne ist, dass Björn Freitag auch wirklich genau so ist. Er ist null abgehoben. Er ist auch interessiert, wenn die Kamera aus ist. Er ist einfach nett und authentisch“, erzählt Johannes Laurenz.

Er selbst habe irgendwann gar nicht mehr gemerkt, dass die Kamera überhaupt läuft. „Ich habe nicht viele Talente. Aber das hat wohl ganz gut geklappt“, so der Landwirt ironisch.

Voll des Lobes

Als es dann auf das Feld mit dem Zuckermais geht, gibt es zusätzlich ein Lob vom Sternekoch. „Boah, ist das lecker!“, sagt Björn Freitag spontan, als er in eine Maisspitze beißt. Als es danach zum Hofladen zurück geht, spricht Freitag von einem tollen Tag, „an dem man sehen konnte, wie schön frisch alles geerntet werden kann“.

„Das war natürlich ein günstiges Marketing für uns. Das muss man schon ehrlich so sagen“, erklärt Johannes Laurenz. Ob die Sendung dennoch einen langfristigen Effekt hat, bleibt abzuwarten. „Auf der einen Seite freue ich mich über die guten Reaktionen bislang. Viele sagen, dass sie nachhaltig einkaufen wollen. Aber trotzdem bleibt unser Hofladen leer. Das ist ein Wermutstropfen für micht“, so der 34-Jährige.

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Nicht nur Landwirtschaft

Deshalb zeigt Familie Laurenz auch im TV-Beitrag gern ihr zweites Standbein: Ein umgebauter Stall wird heute als Event-Raum genutzt. Johannes Laurenz erklärt dabei, dass es eben nicht mehr reicht, sich auf die Landwirtschaft zu konzentrieren.

„Das ist zu risikobehaftet und wetterabhängig“, so der 34-Jährige. Mit der TV-Sendung konnte sich die Familie Laurenz mit ihrem Hof präsentieren.

Und es wird wohl nicht das letzte Mal sein. Denn die Produzenten von „Lecker an Bord“ sind auch für die Sendung „Land und lecker“ verantwortlich. Hier werden immer neue Teilnehmer gesucht.

Kommt bald der nächste TV-Auftritt?

Das Ehepaar Laurenz wurde bereits zum zweiten Mal auf dem Hof gefilmt. Bereits 2015 war Björn Freitag für die Sendung „Der Vorkoster“ zu Gast auf dem Hof Schulze Blasum. Katharina Laurenz (31) als leidenschaftliche Köchin könnte sich einen weiten Auftritt gut vorstellen.

„Die zuständige Redakteurin war sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Jetzt hat sie wieder bei meiner Frau angefragt für die Sendung ‚Land und Lecker‘“, sagt Johannes Laurenz. „Sie muss nur noch ‚Ja‘ sagen.“

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