„Falscher Polizist“ legt Geständnis ab

Ein mutmaßlicher „falscher Polizist“ hat vor dem Düsseldorfer Landgericht ein ausführliches Geständnis abgelegt. Der 31-Jährige gab am Dienstag zu, am bandenmäßigen Betrug von Senioren beteiligt gewesen zu sein. Er räumte sogar ein, den Tresor gekauft zu haben, in dem die Beute zwischengelagert worden sei. Er habe aber immer nur auf Anweisung aus der Türkei gehandelt.

08.10.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Falscher Polizist“ legt Geständnis ab

Der Angeklagte, der sein Gesicht hinter einem Aktenordner verbirgt, sitzt hinter den Anwälten Martin Wilke und Andre Miegel zu Beginn des Prozesses im Gerichtssaal. Foto: Frank Christiansen/dpa

Die Anklage wirft dem Mann aus Erkrath bei Düsseldorf zehn Fälle vor, bei denen Senioren in NRW, Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg um insgesamt mindestens 1,6 Millionen Euro geprellt wurden. Der 31-Jährige war laut Anklage als „Logistiker“ der Bande für die Steuerung der Kuriere und Abholer zuständig, die die Beute bei den Opfern einsammelten.

Aus einem Callcenter in der Türkei hatten vermeintliche Polizisten Senioren in Deutschland systematisch Angst eingejagt: Um Straftätern zuvor zu kommen, solle man am besten das Vermögen einem Polizeibeamten übergeben.

So habe eine 79-Jährige in Würselen (NRW) einem unbekannten Abholer 248 000 Euro gegeben. In Dortmund stellte eine 87-jährige 45 000 Euro in bar und Gold in einer Plastiktüte vor ihre Haustür. In Miltenberg (Bayern) habe eine 85-Jährige mehr als 750 000 Euro in Bargeld, Gold und Schweizer Franken abgegeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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