Falsche Polizisten: Zum Prozessauftakt noch keine Aussagen

Senioren werden am Telefon vor kriminellen Bankern gewarnt und übergeben falschen Polizisten ihre Ersparnisse. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht.

14.10.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Falsche Polizisten: Zum Prozessauftakt noch keine Aussagen

Vier mutmaßliche Mitglieder einer Bande falscher Polizisten müssen sich seit heute vor dem Hagener Landgericht verantworten. Foto: Bernd Thissen/dpa

Vier mutmaßliche Mitglieder einer Bande falscher Polizisten müssen sich seit Montag vor dem Hagener Landgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Senioren in Angst versetzt und sie so um ihre Ersparnisse gebracht zu haben. Die Beute beläuft sich laut Anklage auf rund 260 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Opfer zuvor von Hintermännern aus der Türkei angerufen und vor angeblichen kriminellen Machenschaften von Bankmitarbeitern gewarnt worden sind. Deshalb sollten die Senioren ihre Ersparnisse der vermeintlichen Polizei übergeben. Bei den Abholern habe es sich dann um die vier angeklagten Männer aus Schwerte gehandelt.

Zum Prozessauftakt haben sich die 19, 20, 22 und 40 Jahre alten Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Tatorte lagen in Bonn, Hamburg, Düsseldorf, Wuppertal und Schalksmühle (Märkischer Kreis). Ein Großteil der Beute ist laut Anklage in die Türkei transferiert worden. Die Angeklagten selbst sollen nur einen Beuteanteil von 250 bis 1000 Euro pro Tat erhalten haben.

Das Hagener Landgericht hat für den Prozess zunächst noch sechs Verhandlungstage bis zum 10. Dezember vorgesehen. Die Anklage lautet auf schweren Bandenbetrug. Zwei der Angeklagten sind Deutsche, einer ist Türke, einer Italiener.

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