„Falsche Bergleute“ laut Beteiligtem Familienmitglieder

Nach dem Eklat um lautstark protestierende Bergleute im Landtag und dem Vorwurf des Konzerns RAG, dass unter den Männern auch „falsche Bergleute“ gewesen seien, klärt sich die Situation womöglich auf: Nach Angaben des Bergmanns Thomas Hoffmann, der bei der Aktion dabei war, handelte es sich bei „einigen wenigen“ Teilnehmern in Bergbau-Kleidung um Familienmitglieder. „Unter anderem Söhne von Betroffenen“, sagte Hoffmann am Montag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Hoffmann und seine Kollegen hatten sich in einem Offenen Brief am Sonntag bei Landtagspräsident André Kuper für die Eskalation im Plenum entschuldigt.

15.07.2019 / Lesedauer: 2 min
„Falsche Bergleute“ laut Beteiligtem Familienmitglieder

Bergleute protestieren im Düsseldorfer Landtag bei Eklat im Landtag. Foto: Volker Zierhut/Archivbild

In dem Brief sprechen die Verfasser - zu denen Hoffmann nach eigenen Angaben gehörte - von einem „emotionalen, ungebührlichen Verhalten“. Und weiter: „Weder die Tragweite, noch die Bedeutung unseres Verhalten war uns bewusst.“ Der Landtag bestätigte der dpa den Eingang des Briefes am Montag.

Der Protest der Bergleute hatte am Wochenende erneut Wellen geschlagen. Laut Bergbaukonzern RAG waren unter den rund 100 Männern auf der Besuchertribüne mehrere falsche Bergleute. Auf Videoaufnahmen habe man mit dem Betriebsrat mehrere fremde Gesichter identifiziert. Durch einen Medienbericht und einen Tweet des CDU-Fraktionschefs Bodo Löttgen kam der Verdacht auf, dass sich Mitglieder der Marxistisch Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) unter die Bergleute gemischt haben könnten. Die MLPD hatte das sofort dementiert.

Bergmann Thomas Hoffmann erklärte am Montag, dass sich einzelne Familienmitglieder aus Solidarität in entsprechender Kleidung den Betroffenen angeschlossen hätten. Dem Landtagspräsidenten habe man als Beweis noch eine Unterschriftenliste aller Betroffenen geschickt.

In dem Plenum war es am Mittwochabend während einer Debatte über einen AfD-Antrag zu dem lautstarken Protest der Bergleute gekommen. Landtagspräsident Kuper (CDU) unterbrach die Sitzung.

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