Fahrverbot: Kölner Handwerkskammer fordert neue Messungen

Vor einem Urteil zu möglichen Fahrverboten in Köln hat die regionale Handwerkskammer scharfe Kritik am Landesumweltamt geäußert. Da die Behörde falsch messe, seien die Schadstoffwerte zu hoch, sagte Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, am Mittwoch in der Domstadt. Seine Institution habe eigene Messungen unweit der amtlichen Anlagen durchgeführt und deutlich niedrigere Werte ermittelt.

07.11.2018, 13:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

An der Kölner Hauptverkehrsstraße Clevischer Ring steht die Messstation mit den höchsten Stickstoffdioxid-Werten in NRW, 2017 waren es dort laut Landesumweltamt im Schnitt 62 Mikrogramm. Das liegt über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm. Es ist möglich, dass das Kölner Verwaltungsgericht auf Basis dieser Werte am Donnerstag ein Urteil fällt und Köln zu Fahrverboten verdonnert.

Nach Auffassung der Handwerkskammer ist die Messanlage falsch konzipiert, etwa weil Bäume zu nah an der Station stehen und dadurch der Luftstrom beeinflusst werde. Zudem stehe sie an einer Stelle, die nicht repräsentativ sei für einen Straßenabschnitt.

Das Landesumweltamt wies die Vorwürfe zurück. Externe Gutachter hätten die Messstationen mit hoher Schadstoffbelastung überprüft und nichts zu beanstanden gehabt. „Die Messwerte sind für die Luftreinhalteplanung eine belastbare Datengrundlage“, sagte eine Sprecherin der Behörde.

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